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29.01.2002

12:13 Uhr

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USA: Arafat hat die Chance verpasst

Der Palästinenser-Präsident hätte längst einen eigenen Staat für sein Volk, wenn er nicht "den Weg der Gewalt" beschritten hätte, so die amerikanische Regierung.

rtr WASHINGTON/IRTAS. Die USA haben Palästinenser-Präsident Jassir Arafat vorgeworfen, eine gute Chance für die Schaffung eines Palästinenser-Staates verpasst zu haben. Es sei so vieles möglich gewesen, doch die Palästinenser- Regierung habe den Weg der Gewalt beschritten und geschlossene Friedensabkommen verletzt, sagte Präsidialamtssprecher Ari Fleischer am Montagabend. US-Präsident George W. Bush bleibe dennoch davon überzeugt, dass am Ende eines Friedensprozesses auch ein unabhängiger Palästinenser-Staat geschaffen werden müsse. Israel drang am Dienstagmorgen für mehrere Stunden in ein Dorf im Westjordanland ein und nahm drei Palästinenser fest.

Bush erklärte, er habe dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak telefonisch seine Enttäuschung über Arafat mitgeteilt. Arafat müsse den Terror bekämpfen und diejenigen festnehmen, die Terrorakte gegen Israel verübten, habe er Mubarak gesagt. Mubarak gilt als einer der wichtigsten Akteure im Nahost- Friedensprozess. Die USA hatten in den vergangenen Tagen eine zunehmend kritischere Haltung zu Arafat eingenommen. Dieser ist von Israel in Ramallah im Westjordanland faktisch festgesetzt worden.

Nach palästinensischen und israelischen Angaben drangen israelische Panzer und Dutzende Soldaten vor Sonnenaufgang in das Dorf Irtas nahe Bethlehem ein. Die Armee teilte mit, sie habe ein hochrangiges Mitglied der radikalen Palästinenser- Gruppe Islamischer Dschihad und zwei Palästinenser festgenommen, denen eine "Beteiligung an terroristischen Aktivitäten" vorgeworfen werde. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, bei einem Feuergefecht in Irtas seien vier Palästinenser verletzt worden. Die Panzer zogen nach drei Stunden ab. In dem Dorf wurden mindestens vier Autos zerstört.

Die israelische Armee ist wiederholt in palästinensisch- verwaltetes Gebiet eingedrungen und dort zum Teil wochenlang geblieben. Bei dem seit September 2 000 anhaltenden Aufstand der Palästinenser sind mehr als 1 000 Menschen getötet worden, die Mehrzahl von ihnen Palästinenser.

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