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26.01.2003

18:17 Uhr

USA bekräftigen Bereitschaft zum Militärschlag

Uno-Waffeninspekteure bekommen mehr Zeit

Mehrere Wochen sollen die Inspekteure für weitere Untersuchungen erhalten - Zeit genug für die USA, um die widerspenstigen Verbündeten doch noch umzustimmen.

bac/cr/HB WASHINGTON/DAVOS. Die USA wollen den Uno-Waffenkontrolleuren im Irak offensichtlich mehr Zeit einräumen. Dies zeichnete sich vor dem mit Spannung erwarteten Irak-Bericht ab, den die Uno-Inspekteure an diesem Montag vorlegen. Wie aus Kreisen der US-Regierung verlautete soll die Zeit von "mehreren Wochen" genutzt werden, um Skeptiker einer Militäraktion gegen das Regime in Bagdad - vor allem Frankreich und Deutschland - doch noch umzustimmen.

Eine Verzögerung aus politisch- diplomatischen Gründen kommt auch der Zeitplanung des Verteidigungsministeriums sehr entgegen. Demnach haben die US-Streitkräfte ohnehin erst bis Anfang März ihre volle Stärke am Golf erreicht.

Mitte Februar könne dann der Chef der Uno-Waffeninspektoren, Hans Blix, einen zweiten Bericht vorlegen. Wie die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) mitteilte, haben die Inspekteure bislang keine Erkenntnisse über ein geheimes irakisches Atomprogramm.

US-Außenminister Colin Powell sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: "Die Zeit für Saddam läuft jetzt ab." Nichts deute darauf hin, dass Bagdad sich dazu entschlossen habe, "seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen." Laut Powell räumen die USA zwar einer diplomatischen Lösung den Vorrang ein. Doch seien sie zum Krieg bereit, wenn dies die einzige Möglichkeit sei, die irakischen Massenvernichtungswaffen "loszuwerden". Notfalls würde sein Land auch einen Alleingang in Betracht ziehen, betonte Powell.

Großbritannien will nach den Worten von Premier Tony Blair nur dann ohne eine zweite Uno-Resolution in einen Krieg gegen den Irak ziehen, falls im Uno-Sicherheitsrat ein Veto gegen eine solche Resolution - etwa durch Frankreich - eingelegt werden sollte. Grünen-Chefin Angelika Beer bekräftigte gegenüber dem Handelsblatt, Deutschland werde sich nicht an einem "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" beteiligen. In Köln und anderen Städten demonstrierten am Samstag über 10 000 Kriegsgegner.

Die Furcht vor einem drohenden Irak-Krieg hat den Ölpreis weiter in die Höhe getrieben. Der Preis für Rohöl zur Lieferung im März stieg in New York auf 33,28 Dollar je Barrel. Die Opec rechnet aber nicht mit einer weltweiten Ölkrise.

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