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18.03.2003

09:15 Uhr

USA geben Saddam letzte Frist

Bushs Ultimatum im Wortlaut

US-Präsident George W. Bush hat dem irakischen Staatschef Saddam Hussein eine letzte Frist von 48 Stunden gegeben.

HB/dpa WASHINGTON. Auszüge aus der Rede vom Montagabend:

"Die Vereinigten Staaten von Amerika haben das souveräne Recht, Gewalt einzusetzen, um ihre nationale Sicherheit zu garantieren. Diese Pflicht fällt auf mich, den Oberbefehlshaber, durch den Eid, den ich geschworen habe, durch den Eid, den ich halten werde."

"Eine breite Koalition bildet sich nun, um die gerechten Forderungen der Welt durchzusetzen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist seiner Verantwortung nicht gerecht worden, deshalb werden wir der unseren gerecht."

"All die Jahrzehnte der Täuschungen und Grausamkeiten kommen zu ihrem Ende. Saddam Hussein und seine Söhne müssen den Irak binnen 48 Stunden verlassen. Sollten sie sich weigern, zieht dies einen militärischen Konflikt nach sich, der zu einem Zeitpunkt unserer Wahl beginnt."

"Viele Iraker können mich heute Abend in einer Rundfunkübertragung übersetzt hören, und ich habe eine Botschaft für sie (...). In einem freien Irak wird es keine Aggressionskriege gegen seine Nachbarn mehr geben, keine Giftfabriken, keine Hinrichtungen von Dissidenten, keine Folterkammern und keine Vergewaltigungsräume. Der Tyrann wird bald verschwunden sein."

"Es ist zu spät für Saddam Hussein, an der Macht zu bleiben. Für das irakische Militär ist es noch nicht zu spät, ehrenhaft zu handeln und das Land zu schützen, indem es die Koalitionstruppen friedlich hineinläßt (...). Und alle irakischen Militärs und Beamte sollten bei dieser Warnung genau hinhören. Bei jedem Konflikt wird Ihr Schicksal von Ihren Handlungen abhängen. Zerstören Sie keine Ölquellen (...). Befolgen Sie keinen Befehl zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen irgendjemanden, auch nicht gegen das irakische Volk."

"Kriegsverbrechen werden verfolgt werden. Kriegsverbrecher werden bestraft. Und es ist keine Entschuldigung zu sagen, 'ich habe nur Befehle befolgt'."

"Aus Verzweiflung könnten er (Saddam) und Terroristengruppen versuchen, terroristische Operationen gegen das amerikanische Volk und unsere Freunde zu verüben. Diese Angriffe sind nicht unausweichlich. Sie sind allerdings möglich. Und diese Tatsache untermauert die Gründe dafür, warum wir nicht unter der Drohung einer Erpressung leben können. Die terroristische Bedrohung Amerikas und der Welt wird in dem Augenblick verringert sein, in dem Saddam Hussein entwaffnet ist."

"Die Sache des Friedens zwingt alle freien Nationen dazu, neue und unbestreitbare Realitäten anzuerkennen. Im 20. Jahrhundert haben einige sich dafür entschieden, mörderische Diktatoren zu beschwichtigen, und ließen es zu, dass deren Drohungen zu Völkermord und globalem Krieg wachsen konnten. In diesem Jahrhundert, in dem böse Männer chemischen, biologischen und nuklearen Terror planen, kann eine Beschwichtigungspolitik zu einer Zerstörung führen, wie sie auf dieser Erde niemals zuvor gesehen wurde."

"Terroristen und Terrorstaaten enthüllen diese Drohungen nicht mit angemessener Frist, in förmlichen Erklärungen - und solchen Feinden zu antworten, nachdem sie zugeschlagen haben, ist keine Selbstverteidigung, es ist Selbstmord. Die Sicherheit der Welt erfordert es, Saddam Hussein jetzt abzurüsten.

"Indem wir (Irak) die gerechten Forderungen der Welt aufzwingen, werden wir auch den tiefsten Verpflichtungen unseres Landes gerecht. Anders als Saddam Hussein glauben wir, dass das irakische Volk die menschliche Freiheit verdient und ihrer fähig ist. Und wenn der Diktator abgetreten ist, kann es ein Beispiel setzen für den ganzen Nahen Osten als ein vitales, friedliches und sich selbst regierendes Land. Die USA werden mit anderen Ländern daran arbeiten, Freiheit und Frieden in der Region voranzubringen. Unser Ziel wird nicht über Nacht erreicht werden, aber es ist mit der Zeit möglich."

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