Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.02.2002

09:07 Uhr

USA - Russland 2:2 / Finnland-Weißrussland 8:1

Kein Sieger beim Wiedersehen der alten Gegner

Beim Wiedersehen 22 Jahre nach dem Eishockey-Wunder von Lake Placid gab es keinen Sieger. 2:2 trennten sich Gastgeber USA und Rekordweltmeister Russland in der olympischen Endrunde von Salt Lake City - und mit ihnen die Kontrahenten von damals. Finnland rehabilitierte sich nach der Klatsche gegen die US-Boys mit einem 8:1-Erfolg über Weißrussland.

HB/sid SALT LAKE CITY. Herb Brooks, der Trainer der amerikanischen NHL-Stars, hatte 1980 mit seinem Team aus College-Boys die Puckkünstler der Sowjetunion entzaubert und sensationell Gold gewonnen. Zu den Verlierern beim "Miracle on Ice" hatte auch Wjatscheslaw Fetisow gezählt, jetzt Chefcoach der Russen. Der frühere Weltklasseverteidiger wollte von der bitteren Niederlage von damals nichts mehr wissen. "Ich erinnere mich nicht mehr an 1980", sagte der zweimalige Olympia-Sieger und siebenmalige Weltmeister nach dem mit Spannung erwarteten Spiel, für das die Fans bis zu 900 US-Dollar für ein Ticket bezahlt hatten. Brooks wollte Fetisows Gedächtnis mit einem Foto von 1980 wieder auf die Sprünge helfen, musste aber zugeben: "Ich habe es aber leider vergessen."

Verbal in Erinnerung gerufen hatte der "Wunder-Trainer" die Ereignisse von damals jedoch seinen Spielern vor der Revanche. "Wir haben darüber gesprochen", sagte Kapitän Chris Chelios: "Damals war es eine Frage des Charakters, und darauf kam es auch heute an." Mit dem Remis bauten die Gastgeber ihre Serie auf heimischem Olympia-Eis aus: Seit dem 4. Februar 1932, als sie in Lake Placid 1: 2 gegen Kanada verloren, sind die Amerikaner bei Olympischen Spielen im eigenen Land ungeschlagen. 18 Siege und vier Unentschieden mit Gold 1960 und 1980 sind die eindrucksvolle Bilanz der US-Boys. "Die Spieler wissen, dass sie eine einmalige Gelegenheit haben, das Gleiche zu erreichen wie wir damals", sagte Mike Eruzione, Kapitän des US-Teams von 1980, der auf der Tribüne das Spiel verfolgte.

Gegen Fetisows russische NHL-Auswahl war das Ende der Serie allerdings nah. Vor 8500 Zuschauern im E-Center hatte Keith Tkachuk von den St. Louis Blues die Gastgeber in Führung zwar in Führung gebracht (27.). Doch Waleri Bure von den Florida Panthers (38.) und Sergej Fedorow von den Detroit Red Wings (43.) drehten den Spieß um. Erst vier Minuten vor Schluss rettete Torjäger Brett Hull von den Detroit Red Wings den Gastgebern einen Punkt und damit die Tabellenführung in der Gruppe D.

Dank Hulls erstem Turniertor hat das US-Team, das am Montag (19 Uhr MEZ) auf Außenseiter Weißrussland trifft, die besten Aussichten auf den Gruppensieg und die vermeintlich leichteste Aufgabe im Viertelfinale. Möglicher Gegner wäre dann die deutsche Mannschaft.

Für die 0:6-Auftaktpleite gegen die US-Boys rehabilitierte sich Vize-Weltmeister Finnland am zweiten Tag der Finalrunde mit einem 8:1 über Weißrussland. Die erneut mit sechs Spielern aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) angetretenen Weißrussen hatten zum Auftakt 4:6 gegen Russland verloren. In der zweiten Gruppe war Topfavorit Kanada zuvor mit einer 2:5-Niederlage gegen die vom ehemaligen Kölner Meister-Trainer Hardy Nilsson betreuten Schweden gestartet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×