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29.03.2003

14:33 Uhr

"USA wollten ganz bestimmte Dinge hören"

Blix: Unsere Arbeit hat USA irritiert

Der Chef der UN-Waffeninspekteure, Hans Blix, glaubt, dass die USA kurz vor Kriegsbeginn an einer objektiven Arbeit der Inspekteure nicht mehr interessiert gewesen sind.

HB/dpa BERLIN. Der "Welt am Sonntag" (Berlin) sagte Blix in einem Interview: "Ich hatte sogar, kurz vor ihrer Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, das Gefühl, dass unsere Arbeit sie irritierte." Die USA hätten nach seinem Gefühl "verschiedene Ergebnisse unserer Inspektionen so herausstreichen" wollen, dass sie eine Resolution im Sicherheitsrat erhalten hätten.

Blix bezeichnete die Ergebnisse, die den Inspekteuren von US- Geheimdiensten geliefert wurden, als ärmlich. "Unter allen Orten, zu denen man uns geschickt hat, gab es nur drei, wo wir Waffen fanden, und auch die waren keine illegalen Massenvernichtungswaffen. Ich muss sagen, das ist ein ärmliches Resultat. Es ist interessant zu beobachten, ob die Amerikaner jetzt Orte besichtigen, über die uns (von ihnen) nichts gesagt wurde."

Blix, will Ende Juni seinen Posten aufgeben. Der 74-Jährige sagte am Freitag in New York, er sei enttäuscht darüber, dass den Waffenkontrolleuren im Irak nicht genügend Zeit für die Erfüllung ihres Auftrags gegeben worden sei. Der frühere schwedische Außenminister hatte die Leitung der Irak-Inspektionskommission UNMOVIC im Dezember 1999 auf Bitten von UN-Generalsekretärs Kofi Annan übernommen.

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