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06.01.2003

09:40 Uhr

..., wenn man sein Geld in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit den Kündigungen anderer Leute verdient?*

Ich fühle mich hervorragend dabei. Ich erbringe eine notwendige Dienstleistung. Nach wie vor kommen die Leute hilflos zu mir als Outplacement-Berater und gehen zufrieden wieder weg. Meine Rolle ist die eines Dienstleisters in helfender Funktion: Die Menschen, die ihren Job verloren haben, trauen sich nicht, sie haben vergessen und verdrängt, was sie einmal im Sinn hatten, bevor sie ihren Beruf ergriffen. Sie werden von mir gezwungen, sich mit der Fragestellung auseinander zu setzen, was sind meine Lebensziele, was sind meine Berufsziele und was stimmt überein. Ich überprüfe die Weichenstellung der Betroffenen und sage ihnen, "gehen Sie zehn Grad nach Backbord oder Steuerbord". Und weil das Unternehmen mich sponsert, ist die Situation für mich kommod.

Es überrascht mich immer wieder, was in manchen Leuten für Ideen schlummern - was sie vorher nie zu denken gewagt haben. Ein 55-jähriger entlassener CEO zum Beispiel wünschte sich, Kirchenmusik zu studieren. Ein 59-jähriger Marketingvorstand - ein richtiger Tough Guy - bekannte, dass er gerne Kinderbücher schreiben wolle. Ich frage mich dann manchmal selbst, was ich anderes machen könnte, wenn ich nicht diese Firma hätte.

Die Frage stellte Claudia Tödtmann

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* SKP Dr. Stoebe Kern & Partner im norddeutschen Ahrensburg ist die älteste deutsche Outplacement-Beratung und seit 23 Jahren am Markt. Zwar steigt laut SKP mit 20 Prozent Umsatzplus die Zahl der Aufträge, aber die Gewinne halten nicht Schritt. Trotz der Rezession gäben auch jetzt viele Unternehmen ihren ausscheidenden Mitarbeitern diese Ausstiegshilfe, um das Firmenimage nicht allzu sehr zu beschädigen und Prozesse vor dem Arbeitsgericht zu vermeiden.

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