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29.01.2003

16:38 Uhr

Vater war schon seit zwei Jahren tot

Bein vom toten Vater kam per Post

Ein auf Gentests spezialisiertes US-Unternehmen hat einer in Alaska lebenden Frau ein Bein ihres toten Vaters per Post nach Hause geschickt. Nun hat die Empfängerin die Firma wegen seelischer Grausamkeit auf Zahlung von einer 1 Million Dollar verklagt.

Reuters HOUSTON. LaMara Lane habe eigentlich mit der Lieferung eines Hummergerichts gerechnet, als sie das Paket vor rund einem Jahr erhalten und geöffnet habe, sagten mit dem Fall Vertraute am Dienstag. Doch statt eines "LobsterGram", einem in Alaska sehr beliebtem Feinschmecker-Geschenk, habe die 41-Jährige in einem speziellen Kühlbehälter Überreste ihres vor zwei Jahren verstorbenen Vaters Georges Semmens gefunden.



Die Präsidentin der verklagten Firma Identigene Inc. in Houston, Caroline Caskey, sagte, das Unternehmen sei lediglich der Anweisung eines Gerichts gefolgt, als es das Bein nach einem DNA-Test an Lane schickte. Die Firma wolle die Klage deshalb abwehren. "Ich fühle mich ins Zwielicht gerückt", sagte Caskey.

Begonnen hatte die Geschichte mit Semmens Tod Anfang 2000. Er vererbte seiner einzigen Tochter ein Anwesen in North Dakota im Wert von 200 000 Dollar (knapp 185.000 Euro). Doch eine Schwester des Verstorbenen bezweifelte, dass Lane Semmens leibliche Tochter ist. Daraufhin ordnete ein Gericht an, die Leiche exhumieren zu lassen. Der Knochen eines Beine und Gewebeteile wurden zur Untersuchung nach Houston geschickt. Dort ergab die Analyse des Erbguts, dass Lane tatsächlich Semmens Tochter ist.

Lanes Anwalt sagte der Zeitung "Houston Chronicle", seine Mandantin sei davon ausgegangen, dass das Bein nach der Untersuchung eingeäschert würde. Sie sei geschockt darüber, "dass sie den Knochen und das Fleisch im Kühlschrank ihrer Nachbarn aufbewahren musste." Lane könne darüber nicht sprechen, ohne in Tränen auszubrechen.

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