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13.02.2002

18:53 Uhr

VC-Gesellschaften wollen Substanz sehen

Kapitalgeber schrieben mehr als ein Drittel ihrer Beteiligungen ab

Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) gab am Mittwoch seine Zahlen für das vierte Quartal 2001 und die vorläufigen Ergebnisse für das gesamte vergangene Jahr bekannt. Danach stieg das Neugeschäft im vierten Quartal, also die Bruttoinvestitionen der Verbandsmitglieder, auf 1,9 Mrd. Euro - allerdings spiegelten die Zahlen nicht die tatsächliche Investitionstätigkeit wider, weil 712 Mill. Euro allein auf neue Mitglieder entfielen. Darunter einige Gesellschaften, die sich an etablierten Unternehmen beteiligen und daher sehr viel größere Investitionen tätigen.

am. Insgesamt stieg zwar das Neugeschäft für das gesamte vergangene Jahr auf 4,3 Mrd. Euro, aber auch hier entfielen 1,1, Mrd. Euro auf die neuen Mitglieder. Nach wie vor schlecht sieht es indes bei den Abgängen aus. Rendite erwirtschaften die Geldgeber erst dann, wenn sie ihre Beteiligungen an die Börse bringen oder an einen Konzern verkaufen können. Mehr als ein Drittel der Abgänge sind Totalverluste. Offenbar haben die meisten Geldgeber vor allem das dritte Quartal 2001 genutzt, um aussichtslose Investments abzuschreiben, denn zwischen Juli und September waren die Abschreibungen mit rund 40 Prozent so hoch wie nie.

"Bis Mitte dieses Jahres wird die Bereinigung im Wesentlichen abgschlossen sein, prophezeit BVK-Geschäftsführer Fromma. Und dann seien vieleicht auch wieder ein paar Börsengänge mehr als im vergangenen Jahr möglich. Im Jahr 2001 brachten die BVK-Mitglieder nur acht Unternehmen an die Börse - das sind weniger als 0,5 Prozent aller Abgänge.

Der Trend, sich nicht mehr nur an einer Unternehmensidee zu beteiligen, zeige sich deutlich, sagt BVK-Geschäftsführer Holger Fromman. Die VC-Gesellschaften wollten heute mehr als einen Businessplan sehen, bevor sie ein Wachstumsunternehmen investierten. Allerdings sei das Geschäft mit der so genannten Frühfinanzierung aber nicht weggebrochen, wie so mancher Branchenexperte vermutet habe. So genannte early stage investments machten 2001 immerhin noch rund 27 Prozent aller Beteiligungen aus. Etwas mehr als ein Drittel entfiel jeweils auf Expansionsfinanzierungen und Buyouts - Finanzierungen eines Gesellschafterwechsels.

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