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21.01.2003

12:57 Uhr

Venus gegen Henin

Wette: Graf muss Mixed bei Agassi-Sieg spielen

Die sensationelle Wette gilt, und auf dem Spiel steht das Comeback von Steffi Graf: Die Tennis-Königin muss bei den French Open mit Andre Agassi im Mixed antreten, falls ihr Ehemann am Sonntag in Melbourne zum vierten Mal die Australian Open gewinnen sollte. Das enthüllte Agassi nach seinem souveränen Viertelfinal-Sieg über den Franzosen Sébastien Grosjean am Dienstag und stellte ausdrücklich fest, dass es sich nicht um einen Scherz handelt.

HB/dpa MELBOURNE. Die Chancen auf einen gemeinsamen Auftritt in der Stadt der Liebe Ende Mai stehen nicht schlecht: Seit dem Aus von Lokalmatador Lleyton Hewitt gilt Agassi als Favorit auf seinen achten Grand-Slam-Titel.

"Offiziell, und du bist der Erste, der das erfährt: Wenn ich hier gewinne, muss Steffi mit mir Mixed spielen. Ihr könnt das drucken, und ich werde mich daran halten", sagte Agassi dem ehemaligen Doppel- Weltklassespieler Mark Woodforde in einem Interview für die Internet- Homepage der Australian Open (www.ausopen.org). Ob es am Abend des neunten Turniertages im Hause Agassi/Graf deswegen einen Ehekrach gab, wurde zunächst nicht bekannt. Steffi Graf und der 15 Monate alte Sohn Jaden Gil begleiten den Tennis-Veteran derzeit in Australien. Das Paar hatte am 22. Oktober 2001 in Las Vegas geheiratet.

Steffi Graf hatte ihre einmalige Karriere am 13. August 1999 nach dem Gewinn von 23 Grand-Slam-Titeln - davon 22 im Einzel - beendet. In jenem Jahr hatte sie die French Open in einem dramatischen Finale gegen die Schweizerin Martina Hingis gewonnen und in Wimbledon das Endspiel gegen die Amerikanerin Lindsay Davenport erreicht. Bei der selben Veranstaltung trat die inzwischen 33-Jährige mit John McEnroe im Mixed an und kam bis ins Halbfinale. Danach hatte sie wegen des Einzel-Endspiels ihre weitere Teilnahme im gemischten Doppel abgesagt - nicht gerade zur Freude des ehrgeizigen Amerikaners, der in Melbourne als TV-Kommentator arbeitet und auch mit Agassi auf dem Platz eines seiner frechen und deswegen populären Interviews führte.

Agassi verteilte vor 15 000 Fans in der Rod-Laver-Arena Komplimente an Steffi Graf, die stets auf der Tribüne sitzt. "Sie ist in großer Form. Sie gewinnt immer gegen mich, weil ich es nicht schaffe, mit meinen Augen auf den Ball zu schauen", sagte der 32-Jährige nach dem 6:3, 6:2, 6:2 über Grosjean zum Vergnügen der Zuschauer. Gegner in Agassis 23. Grand-Slam-Halbfinale ist am Donnerstag French-Open-Finalist Juan Carlos Ferrero aus Spanien oder der Südafrikaner Wayne Ferreira.

Im Land der Kängurus nähert sich außer Agassi auch Venus Williams mit riesigen Sätzen dem Endspiel. Die Weltranglisten-Zweite hielt mit 6:4, 6:3 über die Slowakin Daniela Hantuchova Kurs auf das nächste Duell gegen Schwester Serena und servierte dabei einen 201 Stundenkilometer schnellen "Herren-Aufschlag". Die Amerikanerin erreichte zum zweiten Mal nach 2001 die Vorschlussrunde und stellte ihr bestes Ergebnis beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres ein.

Den Weg ins erste Finale will ihr die Belgierin Justine Henin- Hardenne verbauen. Zwei Tage nach dem denkwürdigen Sieg über Lindsay Davenport gewann die Nummer fünf der Welt mit 6:2, 6:2 gegen die Spanierin Virginia Ruano Pascual.

Venus Williams war fast ein wenig erschreckt von ihrem Raketen- Aufschlag gegen die athletisch unterlegene, gertenschlanke Daniela Hantuchova, der sie schon im Vorjahr an gleicher Stelle das Nachsehen gegeben hatte. "Ich musste mir sagen: Los, Venus, konzentriere dich wieder auf das Match", gestand die Weltranglisten-Zweite nach dem Service. Ihr persönlicher Rekord steht bei 205 km/h vom Turnier in Zürich im Herbst 1998. Die Williams-Schwestern haben zusammen mittlerweile schon knapp 22 Millionen Dollar Preisgeld erspielt - etwas mehr als Steffi Graf, die in der ewigen Rangliste noch immer vor Martina Navratilova führt. Die 46-Jährige ist in Melbourne nach dem Aus im Doppel noch im Mixed dabei.

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