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27.01.2003

11:00 Uhr

Veranstalter zieht positive Bilanz

Boot 2003 übertrifft die Erwartungen

VonMarcus Pfeil. Handelsblatt

Ende gut, alles gut Die Internationale Bootsmesse schloss gestern in Düsseldorf ihre Türen. Der Veranstalter zieht eine positive Bilanz. 97 Prozent der Aussteller und Besucher zeigen sich mit dem Ausgang der Messe zufrieden.

HB DÜSSELDORF. In Zweierreihe anstellen heißt es für neugierige Besucher. Sie stehen am Check-In-Schalter des Megayachtbauers Sunseeker. Sie müssen draußen bleiben und warten, bis eine Gruppe superreiche Engländer durch die Luxusflotte geführt ist. Ohne persönlichen Termin geht hier nichts. Rein kommt nur, wer schon eine Sunseeker sein Eigen nennt oder wer lange genug wartet. "Wenigstens müssen auch die First-Class-Kunden ihre Schuhe ausziehen", tröstet sich ein Wartender in der Schlange.

Und es sind viele Schuhe, die sich vor den größten und teuersten Booten der Düsseldorfer Boot tummeln. Die amerikanische Sunseeker-Werft kann sich vor Kaufkraft kaum retten: "Schon am ersten Wochenende haben wir drei bis vier Boote verkauft", freut sich Torsten Sieckmann, Vertriebschef bei Sunseeker Europe. Auch die Konkurrenz aus Italien verkaufte mehr Luxuskähne: "Die Boot 2003 ist wesentlich besser gelaufen als letztes Jahr", bestätigte eine Sprecherin der Ferretti-Gruppe. Das Unternehmen habe bei der Marke Riva ein Plus von 100 Prozent und bei Ferretti von 20 Prozent verbucht.

Doch nicht nur in der Luxusklasse übertraf die Boot 2003 die Erwartungen. Messe-Projektleiter Abdul-Rahman Adib zeigte sich sehr zufrieden: "Die Atmosphäre auf der Messe ist äußerst positiv", sagt Adib. "Wir haben mit einem Minus von 10 Prozent bei den Besucherzahlen gerechnet. Jetzt sind wir doch bei über 300 000 Besuchern und damit nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei ist die Qualität der Kunden besser als in den vergangenen Jahren, 62 Prozent interessieren sich konkret für ein Boot. Hinzu komme, dass der Anteil der ausländischen Besucher mit 42 000 für eine Publikumsmesse sehr hoch sei, betonte Adib. 97 Prozent der Aussteller seien mit der Boot 2003 zufrieden, so Adib weiter.

Dazu zählt auch die Bavaria Yachtbau GmbH, Marktführer in Deutschland bei Segelbooten von 32 bis 49 Fuß: "Wir haben mehr Boote verkauft als im letzten Jahr", sagt auch Roland Herrmann. Dafür könne der Verkauf der Motorboote nicht ganz mithalten, da es auch die jüngere Kundschaft mehr und mehr zum Segeln ziehe. "Vor zehn Jahren lag das Einstiegsalter noch bei 55, heute schon bei 35", berichtet Herrmann. Bavaria will deshalb auch im nächsten Jahr schon ein schnelleres Boot, die Match 37, auf den Markt bringen, damit der jüngeren Klientel die Trennung vom schnellen Motor leichter fällt.

Gerhard Bicker setzt lieber auf Altbewährtes. Der Ahlener Elf-Mann-Betrieb fertigt Boote aus einer Teakholz-Kunststoff-Kombination. Damit hat sich die Werft in einer Nische eingenistet. Dort lebt es sich ganz gut: "Letztes Jahr ging gar nichts, diesmal haben wir unsere Standgebühren wieder rein", strahlt Bicker. Drei Boote habe er verkaufen können.

Nicht ganz so rosig sei das internationale Chartergeschäft gelaufen. Messeprojektleiter Adib: "Die Leute haben immer noch Flugangst und skippern lieber vor der Haustür." Vor der Haustür hätte er am liebsten auch vor der Messe alle Boote: "Den einzigen Stress hatten wir beim Transport der Boote aus der Karibik. Neun der größten Schiffe kamen erst am Mittwoch vor Messebeginn. Aber Ende gut, alles gut."

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