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16.01.2003

20:55 Uhr

Verbindung zur libyschen Regierung

Italien beschlagnahmt verdächtige Chemiekalienfracht

Der italienische Zoll in Genua untersucht derzeit eine Schiffsladung mit Chemikalien, die nach Angaben aus Justizkreisen zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen dienen könnten.

Reuters GENUA. Die Zeitung "La Repubblica" berichtete am Donnerstag, die von einer nicht näher bezeichneten deutschen Firma hergestellte Substanz sei eine Komponente des tödlichen Senfgases. Aus Justizkreisen verlautete, die Substanz sei ein Vorprodukt für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen. Staatsanwalt Francesco Lalla sagte, man könne damit chemische Waffen herstellen, aber auch Ölbohrgeräte reinigen und schmieren. Die Chemikalienfracht sei im Dezember bei Routinekontrollen im Hafen der norditalienischen Stadt entdeckt worden. Das Schiff dürfe für die Dauer der Ermittlungen den Hafen nicht verlassen.

"Wir haben es mit einer Substanz zu tun, die, wenn sie an so genannte Schurkenstaaten verkauft wird, Verdacht erregt", sagte Lalla. Nach Informationen von "La Repubblica" ist die Chemikalie von einer belgischen Handelsfirma im Auftrag eines Unternehmens bestellt worden, das mit der libyschen Regierung in Verbindung steht. Die Belgier hätten angegeben, dass die Substanz zur Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln benötigt werde. Die italienischen Behörden vermuteten aber, dass die Chemikalie auf einer schwarzen Liste der Vereinten Nationen (UNO) stehe, berichtete die Zeitung.

Aus italienischen Justizkreisen verlautete, die ermittelnden Justizbeamten hätten den Verdacht, dass die Schiffspapiere den wahren Charakter der Ladung verschleiern sollten. Weder Libyen noch die belgische Handelsfirma hätten bislang gegen die Beschlagnahme des Schiffs protestiert.

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