Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2002

00:00 Uhr

Handelsblatt

Verborgene Schätze nutzbar machen

VonACHIM SCHARF

In den dynamischen globalen und elektronischen Märkten hängt der Erfolg eines Unternehmens nicht mehr von den traditionellen Faktoren Arbeit, Kapital oder Land ab. Die ausschlaggebende Ressource findet sich in den Köpfen der Mitarbeiter und den unterschiedlichsten, erzeugten Dokumenten.

MÜNCHEN. Nach einer Studie der Gartner Group gehen Büroangestellten 40 bis 60 % ihrer Zeit durch die falsche Verwaltung von Dokumenten verloren. Dadurch büßen ihre Arbeitgeber ein Lohnkostenäquivalent von 20 bis 45 % und Firmeneinkünfte in Höhe von 12 bis 15 % ein. Der durchschnittliche Manager wartet im Jahr vier Wochen auf Dokumente, und bei einem Mitarbeiter mit einem Stundenlohn von 60 DM entsteht seinem Arbeitgeber ein jährlicher Verlust von 9 000 DM durch das Warten auf und Suchen von Dokumenten. Zudem werden fast 15 % der Geschäftspapiere verlegt und 7,5 % gehen vollständig verloren.

Ein erfolgreiches Wissensmanagement mit dem Ziel, die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt zur richtigen Person zu bekommen, ist daher dringend erforderlich. Nach einer Definition der Tower Group kann Wissen- oder Knowledge-Management verstanden werden als Strukturierung von Informationen und intellektuellen Aktiva, um damit Geschäftsziele zu erreichen.

Technische Lösungen können weiterhelfen. Die Philosophie des Herstellers Lotus ist recht einfach: Ein Wissensspeicher ist nur dann gut, wenn das darin gesammelte Wissen leicht zugängig ist. Dies erfordert unter anderem eine konsistente Kategorisierung, direkte Hinweise auf wichtige Beiträge sowie kontinuierliches Löschen von veraltetem Material. Die Knowledge-Management-Suite Raven von Lotus umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen zur Analyse vorhandener Informationen, zur Erstellung von Profilen, die ein fachspezifisches Know- how enthalten, ein Enterprise Knowledge Portal sowie ein Toolkit zur Erstellung individueller Know- ledge-Management-Anwendungen.

"Wir haben erkannt, dass in Unternehmen Wissen oft entsteht und gemeinsam genutzt wird, wenn die richtigen Personen die richtigen Informationen schnell und unkompliziert finden und ihnen gleichzeitig eine Umgebung in Form eines virtuellen Arbeitsplatzes geboten wird, an dem sie mit ihren Kollegen im Team an einem Projekt arbeiten können", erläutert Scott Cooper, General Manager der Knowledge Management Products Group bei Lotus Development. "Umfangreiche anwendungsorientierte Forschungen und eine Vielzahl von Gesprächen mit Anwendern, die bereits KM- Applikationen nutzen, haben Eingang gefunden in Raven, einer an der betrieblichen Praxis ausgerichteten KM-Plattform."

Einer der Kernbereiche von Raven ist ein Portal, das Anwendern hilft, relevante Informationen zu suchen und zu finden, eine Liste mit Spezialisten zu erstellen, die in einem gesuchten Gebiet kompetent sind sowie alle zu einer Aufgabe, einer Arbeitsgruppe oder einem Projekt gehörenden Informationen zu verwalten. Unter organisatorischen Aspekten bietet Raven virtuelle Orte, an denen Personen und Inhalte zusammengebracht werden. Raven baut auf der Messaging- und Web-Applikationsinfrastruktur von Lotus Domino auf, zusätzlich dazu kommen IBM-Technologien aus den Bereichen Datenbank- und Informationsmanagement zum Einsatz.

Laut einer Ovum-Prognose wird der Markt für derartige Lösungen bis zum Jahre 2004 ein Volumen von 12,3 Mrd. Dollar erreichen. Auf Software allein bezogen soll der Markt von 515 Mill. Dollar in 1999 auf 3,5 Mrd. Dollar in 2004 wachsen, die zugehörigen Services von 2,6 auf 8,8 Mrd. Dollar. "Knowledge-Management wird für die Unternehmen immer wichtiger, denn in der kommenden Wissensgesellschaft ist das intellektuelle Kapital ein wesentliches Element und muss als solches behandelt werden", sagt Ovum-Analystin Madan Sheina.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×