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03.01.2002

13:29 Uhr

Verbraucherschützer bezweifeln Zusage des Handels zu D-Mark-Annahme

Einzelhandel: Mark wird schnell verschwinden

Angesichts des schnellen Verschwindens der Mark zweifeln Verbraucherschützer daran, dass sich der Handel an seine Zusage halten wird, noch bis Ende Februar die alte Währung anzunehmen. "Wir zweifeln daran, dass das durchgezogen wird", sagte Karin Kuchelmeister vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) am Donnerstag in Berlin.

Foto: dpa

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afp BERLIN. Beim Handel hätten sich Selbstverpflichtungen immer wieder als "Lippenbekenntnisse" herausgestellt. Auch Kunden, die nicht sofort ihre Mark getauscht hätten, dürften nun nicht "in die Ecke gedrängt werden".

Klar sei, dass das Bezahlen mit Mark von Woche zu Woche schwieriger werde, sagte Kuchelmeister. Die Kunden könnten dann nicht mehr damit rechnen, wie derzeit an jeder Kaufhaus-Kasse mit Mark zahlen zu können. "Das konzentriert sich dann wahrscheinlich auf eine oder zwei Kassen im Haus." Das Zurückfahren der Mark-Annahme sei in der Praxis auch nachvollziehbar, sagte die Verbraucherschützerin. "Wir werden eben auch in unseren Portemonnaies immer weniger Mark finden."

Auf die Mark-Annahme ganz verzichten dürfe der Handel vor Ende Februar aber nicht, sagte Kuchelmeister. Schließlich sei der Handel mit der freiwilligen Selbstverpflichtung einer gesetzlichen Festlegung wie in den anderen Euro-Staaten entgangen, wo alte und neue Währung für mehrere Wochen gleichberechtigte Zahlungsmittel sind und beim Einkauf angenommen werden müssen.

Der Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel, versicherte, der Handel werde sich an die Selbstverpflichtung halten. Allerdings werde die Mark de facto schon in wenigen Tagen keine Rolle mehr beim Einkaufen spielen. "Ich gehe davon aus, dass Ende nächster Woche die D-Mark aus dem Verkehr ist und wir nur noch in Euro handeln und vermutlich auch denken." Dennoch werde "das Gros des deutschen Einzelhandels" bis Ende Februar noch Mark annehmen.

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