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19.02.2003

19:42 Uhr

Verdi-Chef Bsirske gibt Widerstand gegen Änderung der Sozialauswahl auf

Kündigungsschutz: Gewerkschaftsfront bröckelt

Die Gewerkschaften geben ihren harten Widerstand gegen eine Reform des Kündigungsschutzes auf. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, zeigte sich bereit, über Änderungen der Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen zu sprechen.

HB DÜSSELDORF. "Es muss darüber nachgedacht werden, inwieweit hier dem Gesichtspunkt einer ausgewogenen Altersstruktur der betroffenen Unternehmen Rechnung getragen werden kann", sagte er dem Handelsblatt.

Zugleich forderte Bsirske eine bessere Abfindungsregelung für die Beschäftigten: "Wir müssen prüfen, wie mehr Arbeitnehmern der Zugang zu einer Abfindung eröffnet werden kann, wenn ihnen gekündigt wird." Es gebe eine Diskussion über die Wirkungen der Sozialauswahl, die von den Gewerkschaften mitgestaltet werden sollte, sagte Bsirske. Bei dem Treffen von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden mit Bundeskanzler Gerhard Schröder am 3. März könne auch über den Kündigungsschutz gesprochen werden. "Wir wollen Einfluss auf die Entwicklung nehmen", erklärte der Verdi-Chef.

Bsirske ist der erste Gewerkschaftschef, der sich offen für eine Reform des Kündigungsschutzes zeigt. Entsprechende Pläne von Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement hatten die Gewerkschaften bisher massiv kritisiert. Wirtschaftsvertreter kritisieren an der bisher gültigen Sozialauswahl, dass sich Unternehmen in der Krise zuerst von ihren jungen Leistungsträgern trennen müssten.

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