Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2003

09:52 Uhr

Verhalten Berlins begrüßt

Henkel: Tarifabschluss kostet 100 000 Jobs

Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst ist nach Einschätzung des stellvertretenden BDI-Chefs Hans-Olaf Henkel zu hoch und wird zum Abbau von mindestens 100 000 Arbeitsplätzen führen. Zudem sieht Henkel nach den teils enttäuschten Reaktionen der Arbeitgeber nun die Möglichkeit, dass Tarifverhandlungen künftig dezentral geführt werden.

Reuters BERLIN. "Dieser Abschluss wie er jetzt getätigt wurde, wird insgesamt im öffentlichen Dienst in Deutschland circa 100 000 Arbeitsplätze kosten. (...) Das ist sogar die untere Spanne der Schätzungen", sagte der Vizechef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) am Freitag im ZDF. Die Kämmerer der Städte müssten Stellen abbauen, um in ihrem vorgegeben Budget zu bleiben. Diese seien 2003 in den meisten Fällen sogar niedriger als 2002.

Zwar habe er Verständnis für die Forderung nach Lohnsteigerungen, etwa für einen Inflationsausgleich. Dies hänge aber immer auch von der wirtschaftlichen Situation ab. Schließlich hätten Abschlüsse früher auch deutlich über dem jetzt vereinbarten gelegen. "Aber in diesen Zeiten ist dieser Abschluss zu hoch. Er wird Arbeitsplätze kosten."

Henkel begrüßte zudem das Verhalten Berlins, das vor kurzem aus dem Arbeitgeberverbund ausgetreten war, weil es seine Haushaltslage nicht ausreichend in den Tarifverhandlungen berücksichtigt gesehen hatte. Auch andere Arbeitgeber hatten angekündigt, über einen Austritt nachzudenken. "Das könnte durchaus der Beginn einer mehr dezentralen Lohnfindung sein", sagte Henkel. Dies sei in Deutschland aber auch überfällig. "Man muss doch nicht sagen, dass die Lebenshaltungskosten in Berlin beispielsweise niedriger sind als in München. Und darauf sollte man die Gewerkschaften auch einmal aufmerksam machen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×