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14.02.2002

14:20 Uhr

Verhalten eines "Patriarchen alter Prägung"

SPD-Mitarbeiter drohen mit Streik

Der Tarifstreit zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der schleswig-holsteinischen SPD gewinnt an Schärfe. "Ich kann mir vorstellen, dass wir in der kommenden Woche die Urabstimmung unter den vierzig Mitarbeitern des Landesverbandes durchführen", sagte Verdi-Fachbereichsleiter Dieter Altmann am Donnerstag in Kiel.

Archiv-Foto: ap

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ap KIEL. Notfalls mit Streikmaßnahmen will Verdi Gehaltssenkungen und Sozialabbau für die 40 hauptberuflichen SPD-Mitarbeiter verhindern. SPD-Geschäftsführer Christian Kröning schloss unterdessen auf einer Mitarbeiterversammlung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Die Gewerkschaft hatte die Tarifverhandlungen Anfang der Woche für gescheitert erklärt.

"Das Betriebsklima ist schlecht und die Streikbereitschaft hoch", beschrieb Betriebsrat Gerhard Schulz das Klima in den Büros der Küsten-SPD. Nach der Urabstimmung könne in Kürze gestreikt werden. Ministerpräsidentin Heide Simonis wollte sich am Donnerstag "zu dieser Gemengelage" nicht äußern.

Unterdessen hat der Unternehmensverband Nord den Tarifkonflikt bei der SPD als "in jeder Hinsicht erstaunlich" bezeichnet. "Wir kennen kein Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg, dass in dieser Form vorgeht", sagte Verbandssprecher Michael Thomas Fröhlich. Betriebe, die so verfahren, demotivierten ihre Mitarbeiter.

Für Günter Willich vom Arbeitgeberverband Nordmetall ist der Vorgang "ein Hammer". Das Verhalten der SPD erinnere an das "eines Patriarchen alter Prägung". Die SPD begründet die Kürzungen mit einem dramatischen Mitgliederschwund. 70 % des Etats seien durch Personalkosten gebunden.

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