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06.02.2001

19:58 Uhr

Verhandlungen der öffentlich-rechtlichen Sender mit Kirch ohne Ergebnis

Poker um WM-Senderechte geht in neue Runde

VonHans-Peter Siebenhaar

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender verhandeln nun doch weiter mit der Kirch-Gruppe über die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 in Japan und Südkorea sowie 2006 in Deutschland.

KÖLN. "Wir haben einen anderen Ansatz versucht. Den müssen wir erst mal evaluieren", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen am Dienstag.

Beim Treffen zwischen Pleitgen, ZDF-Intendant Dieter Stolte und Kirch-Vize Dieter Hahn am Montag in München gab es keine endgültigen Ergebnisse. "Wir sind weiter zuversichtlich, dass wir zu einem guten Ergebnis kommen", sagte Pleitgen zum Abschluss der ARD-Intendantenkonferenz in Köln. Die nicht einfachen Verhandlungen würden von beiden Seiten "sehr konstruktiv und in guter Atmosphäre" geführt.



Zuvor war über Interessengegensätze zwischen ZDF und ARD spekuliert worden. Dieter Stolte gilt als Freund einer schnellen Lösung mit Kirch. Pleitgen dringt aber auf ein Doppelpaket, das auch die WM 2006 beinhaltet. Dreh- und Angelpunkt ist die Preispolitik von Leo Kirch. Der Medienunternehmer will für die WM in Deutschland 500 Mill. DM. Die Live-Berichterstattung aus Japan und Südkorea für 24 Spiele der WM 2002 können ARD und ZDF hingegen schon für 225 Mill. DM kaufen.



Pleitgen: Beide Seiten an einem Ergebnis interessiert

Pleitgen sagte, er habe bei den Verhandlungen den Eindruck gewonnen, dass beide Seiten an einem Ergebnis interessiert seien. Auf die Frage, ob ein Doppelpaket überhaupt möglich sei, sagte er: "Ich halte das für machbar." Es gehe außerdem darum, dass auch der Hörfunk und die dritten Fernsehprogramme im Paket berücksichtigt werden. Für die ARD läge der Schwerpunkt bei der WM 2002 auf den Live-Übertragungen. Das gelte auch für die Spiele zu ungünstigen Sendezeiten am Vormittag.



Beim ZDF stößt die Vorgehensweise der ARD offenbar auf Unverständnis. Von politischen Störfeuern ist die Rede. Stolte gilt bei seinen Gegnern als zu "kirchfreundlich". Der neue ZDF-Intendant soll Ende 2001 gewählt werden. Ob Stolte, der als CDU-nah gilt, noch einmal kandidiert, ist offen.

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