Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2008

15:05 Uhr

Verhandlungen hinter den Kulissen

Giuliani wird zum McCain-Fan

John McCain geht als eindeutiger Favorit der Republikaner in den „Super Tuesday“. Für New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani ist dagegen das Rennen gelaufen. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien verhandelt er schon hinter den Kulissen.

HB MIAMI. Rudy Giuliani ließ nach dem enttäuschen dritten Platz bei der Florida-Vorwahl erkennen, dass er sich kaum noch Chancen ausrechnet. Als er in Orlando vor seine Anhänger trat, sprach er bereits in der Vergangenheitsform: „Wir haben einen motivierenden Wahlkampf geführt“, sagte er. „Man kann nicht immer gewinnen, aber man kann es immer versuchen.“

Giuliani hatte das republikanische Feld bis zu Beginn der Vorwahlen klar angeführt. Er genießt große Anerkennung dafür, wie er die Metropole New York durch die Zeit nach den September-Anschlägen 2001 geführt hat. Nun rächte sich aber seine Strategie, vor dem „Super Tuesday“ alles auf die Karte Florida zu setzen und die wichtigen ersten Vorwahlen de facto auszulassen. Giuliani scheiterte Umfragen zufolge nicht nur an seiner hemdsärmeligen Art, die bei den Wählern nicht gut ankam. Er redete mit seinen Hauptthemen Sicherheit und Einwanderung offenbar auch weitgehend an den Menschen vorbei.

In Florida siegte John McCain klar und kam auf 36 Prozent, Romney auf 31 Prozent. Abgeschlagen hinter McCain und Mitt Romney fanden sich Giuliani, der nur 15 Prozent erhielt, und der frühere Baptistenpfarrer Mike Huckabee, der auf 13 Prozent kam. Fünfter war der Abgeordnete Ron Paul mit drei Prozent.

Am Thema vorbei

Die Vorwahl bestätigte, dass die größte Sorge der US-Bürger inzwischen die ins Trudeln geratene Konjunktur ist. Rund die Hälfte der republikanischen Wähler in Florida nannte in Nachwahlbefragungen die Wirtschaftspolitik als entscheidendes Kriterium. Nach achtjähriger republikanischer Regierung zeichnet sich immer deutlicher eine Abkühlung des Wachstums ab. Hohe Ölpreise und die Kreditkrise schmälern das Budget der privaten Haushalte, die zwei Drittel der Leistung der größten Volkswirtschaft beisteuern.

Nach seinem schwachen Abschneiden will Rudy Giuliani nun offenbar aufgeben und eine Wahlempfehlung für den Favoriten John McCain abgeben. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien sind die Verhandlungen mit McCain fast schon abgeschlossen. Aus Parteikreisen verlautete, Giuliani werde noch am Mittwoch in Kalifornien seine Unterstützung für McCain bekunden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×