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19.06.2000

08:56 Uhr

Verhandlungen in "frühem Stadium"

Dresdner und Commerzbank bestätigen Gespräche über Zusammenarbeit

Die beiden Großbanken kommen sich jetzt auch offiziell näher. Ob eine Fusion dabei herauskommt, ist allerdings noch offen.

afp FRANKFURT. Die Dresdner Bank und die Commerzbank haben Gespräche über eine Zusammenarbeit bestätigt. Die Verhandlungen befänden sich allerdings "in einem frühen Stadium", teilten beide Institute in einer gemeinsamen Erklärung am Montag in Frankfurt am Main mit. Angesichts der Größe beider Häuser werde sich erst "nach sorgfältiger Prüfung zeigen, ob ein tragfähiges Konzept entwickelt werden kann". Beide Banken machten zunächst keine Angaben darüber, ob sie eine Fusion oder lediglich eine Zusammenarbeit in bestimmten Geschäftsbereichen anstrebten. Dresdner Bank und Commerzbank erklärten lediglich, sie würden sich nun "über den weiteren Verlauf ihres Gedankenaustausches zunächst nicht wieder öffentlich äußern".



Bei einer Fusion kämen Dresdner Bank und Commerzbank zusammen mit einer Bilanzsumme von 750 Milliarden Euro (1,47 Billionen Mark) auf Rang zwei auf dem deutschen Markt und weltweit in die Riege der zehn größten Banken. Nach Angaben des "Handelsblatt" (Montagausgabe) ist eine Fusion weiter eine Option bei den Geprächen zwischen beiden Finanzinstituten. Bei einem Treffen zwischen den Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen und Dresdner-Vorstandssprecher Bernd Fahrholz am Wochenende im Taunus sei eine mögliche gemeinsame Strategie ausgelotet worden, berichtete die Zeitung. Zudem hätten beide Banken geprüft, wie sie ihre Vertriebsnetze bündeln könnten.



Nach Pressemeldungen vom Wochenende streben beide Institute aber keine Fusion, sondern lediglich eine Kooperation in kostenintensiven Bereichen an, wie etwa der Abwicklung des Zahlungsverkehrs und dem Handel mit Wertpapieren. Die "Sächsische Zeitung" hatte am Samstag unter Berufung auf einen Dresdner-Bank-Manager berichtet, beide Insitute könnten auch versuchen, durch Zusammenlegungen im Privatkundengeschäft Kosten einzusparen.



Die Commerzbank könnte durch eine Zusammenarbeit zudem von der Londoner Dresdner-Investmenttochter Kleinwort Benson profitieren. Am Streit um das Schicksal von Kleinwort Benson waren im April die Fusionsverhandlungen zwischen Deutscher und Dresdner Bank gescheitert. Die Commerzbank hat im internationalen Investment-Banking bislang eine relativ schwache Stellung. Laut «Handelsblatt» war die Initiative für die Gespräche von der Commerzbank ausgegangen.

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