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06.01.2003

07:34 Uhr

Verhandlungen mit Investoren gescheitert

Rösch Medizintechnik stellt Antrag auf Insolvenz

Das Medizintechnik-Unternehmen Rösch hat wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Die Gespräche mit Investoren, die der klammen Firma aus der Krise helfen sollten, seien gescheitert, bestätigte das Unternehmen. Die Berliner Rösch AG Medizintechnik war wegen der Herstellung einer nadelfreien Spritze bekannt geworden, kam aber bei der Vermarktung nicht voran. Derzeit beschäftigt Rösch noch etwa 40 Mitarbeiter.

dpa/va BERLIN. Rettung durch einen Vertrag mit dem Arzneihersteller Stada gescheitert. Die Bad Vilbeler Firma hatte bei Rösch "unklare Finanzierungsgrundlagen" bemängelt. Ein Stada-Sprecher sagte dem Handelsblatt, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Aber ohnehin habe es bisher "lediglich Vertragsverhandlungen ohne ein Ergebnis gegeben. Geld ist nicht geflossen".

Rösch-Vorstandschef Burghard Weidler sagte, das Management hoffe, in dem Insolvenzverfahren Geldgeber zu finden. Im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 31. Juli) hatte die Firma bei einem Umsatz von 3,6 Mill. Euro einen Verlust von 18,75 Mill. Euro erwirtschaftet. Zum bisherigen Verlauf des neuen Geschäftsjahres machte sie keine Angaben.

Mit der Insolvenz reiht sich Rösch in die Liste von Unternehmen am Neuen Markt ein, die mit einem viel versprechenden Produkt an die Börse gingen und Anleger enttäuschten. Von der nadelfreien Spritze hatte sich Firmengründer Andy Rösch starkes Wachstum versprochen. Mit ihr können sich etwa Diabetiker schmerzlos Insulin injizieren. Jedoch bekam Rösch erst im April vorigen Jahres die Kassenzulassung für die Spritze. Der Siegeszug blieb aus: Pharmafirmen nehmen die Spritze nur zögerlich an.

Andy Rösch hatte die Firma vor zwölf Jahren gegründet, im vorigen Jahr im Streit über die Vermarktung der nadelfreien Spritze verlassen und alle Anteile verkauft. Er sagte dem Handelsblatt, "ich werde wohl nicht mehr in dem Betrieb aktiv werden". Noch vor einigen Wochen habe er das anders gesehen. Damals habe er sich mit dem Aufsichtsrat in Verbindung gesetzt, um den Einstieg von Investoren einzufädeln - ohne Erfolg. Jetzt gründe er eine neue Firma, die Medizintechnik vertreiben will. Zudem berate er das US-Unternehmen Equidyne, das die Rösch-Spritze entwickelt hat und die Rechte in einigen außereuropäischen Ländern hält. An der Börse rutschte die Rösch-Aktie erst ins Minus, stieg aber um bis zu 4 % auf 1,02 Euro. Zu Spitzenzeiten kostete sie 94 Euro.

Quelle: Handelsblatt

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