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16.01.2001

07:59 Uhr

Verhandlungen stocken

Kirch droht EM.TV mit Abbruch der Übernahmegespräche

VonJoachim Hofer

Trotz vieler gegenteiliger Beteuerungen in den vergangenen Tagen: Die Verhandlungen um einen Einstieg der Kirch-Gruppe bei EM.TV stehen nach wie vor auf der Kippe.

HB MÜNCHEN. Ein Kirch-Sprecher sagte gestern Abend, die Situation sei verfahren, ein Abbruch der Gespräche jederzeit möglich. Damit übt Kirch erstmals öffentlich Druck auf EM.TV aus. Die beiden Münchener Unternehmen versuchen verbissen, gegenseitig bessere Konditionen heraus zu holen.

Anfang Dezember hatten die Firmen bekannt gegeben, dass die Kirch-Gruppe 25,1 % der Stimmrechte des Lizenzhändlers EM.TV und 49 % von dessen Formel-1-Anteil erhalten soll. Im Gegenzug sollen 550 Mill. $ sowie die zweite Hälfte des Junior-Joint-Ventures bei EM.TV eingebracht werden. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen für Kinder- und Jugendprogramme.

Die Aktie von EM.TV reagierte gestern zunächst negativ auf die Nachrichten. Im Vergleich zum Vortag schloss das Papier allerdings mit einem Plus von rund 7 %. Offenbar hoffen die Anleger auf einen anderen Bieter, der zu besseren Konditionen einsteigen würde als Kirch.

Hinter vorgehaltener Hand hatte die TV-Gruppe Kirch bereits seit Tagen die Ablösung von EM-TV-Aufsichtsratschef Becker verlangt. Zwischen Becker und dem Vizechef der Kirch-Gruppe, Dieter Hahn, war es bereits vor Weihnachten zu Differenzen gekommen. Becker soll auf günstigere Bedingungen für EM.TV gedrängt haben. Seither wird über seine Ablösung an der Aufsichtsrats-Spitze spekuliert. Der Einstieg eines anderen Unternehmens als Kirch bei EM.TV wäre schwierig, weil beide über Junior eng verbunden sind.

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