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27.01.2002

19:00 Uhr

Verhandlungspoker um Senderanteile

Pro Sieben: Springer steigt offenbar später aus

Der Axel Springer Verlag will die hoch verschuldete Kirch-Gruppe offenbar nicht noch stärker in finanzielle Not bringen und verschiebt seinen Ausstieg aus der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 Media AG.

hps DÜSSELDORF. Springer ist seit der Fusion der Sender Sat.1 und ProSieben im Sommer 2000 mit 11,5 Prozent an Pro Sieben Sat.1 beteiligt, die im Juni mit der KirchMedia AG verschmolzen werden soll. Springer hat sich jedoch die Option zusichern lassen, die Anteile an Kirch zu einem fest vereinbarten Preis von 767 Mill. Euro zurück verkaufen zu können.

In Kirch-Kreisen wird davon ausgegangen, dass Springer-Chef Mathias Döpfner dem Medienkonzern den vereinbarten Rücknahmepreis vorerst stundet. Denn bei einer geschätzten Gesamtverschuldung von 6 Mrd. Euro steckt Kirch bereits in argen Finanznöten und kann derzeit kaum eine solche Summe aufbringen. "Zum Stand der Gespräche wollen wir nichts sagen", sagte ein Kirch-Sprecher in München. Durch den Einbruch der Pro-Sieben-Aktie wegen der Krise auf dem Werbemarkt ist der Springer-Anteil derzeit nur noch rund 110 Mill. Euro wert.

Döpfner, der zum Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz bei Springer übernommen hat, sucht nach einer einvernehmlichen Lösung mit Leo Kirch. Der Medienunternehmer ist nach der Mehrheitsgesellschafterin Friede Springer mit 40 % der größte Teilhaber bei Springer. Erst vor wenigen Wochen übernahm Döpfner einen Aufsichtsratssitz bei Pro Sieben Sat1 Media.

Wann sich der neue Springer-Chef von den Fernsehaktien genau trennt, ist offen. Wie Europas größter Zeitungskonzern stets betonte, handelte es sich beim Engagement bei Pro Sieben Sat 1 Media nur um eine Finanzbeteiligung. Da Springer selbst rote Zahlen schreibt, wäre die Finanzspritze von Kirch hochwillkommen.

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