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14.01.2002

19:00 Uhr

Verkauf der Telecinco-Beteiligung an TF 1 gescheitert

Kreditfrist für Kirch bei Dresdner Bank läuft ab

Die Finanznot der verschuldeten Kirch-Gruppe hält an. Am Dienstag soll nach Informationen aus Finanzkreisen die Verlängerungsfrist eines Kredits der Dresdner Bank über 460 Mill. Euro an den Münchner Medienkonzern ablaufen. Wie aus Bankenkreisen zu erfahren war, ist der Kredit mit der 25 %-Beteiligung am spanischen TV-Sender Telecinco gesichert. Das Paket an dem hochprofitablen Sender gilt als sehr werthaltig. Vorstellbar sei, dass deshalb die Dresdner weiter still halte.

hps/cbu DÜSSELDORF. Ursprünglich wollte Kirch-Vize Dieter Hahn die Telecinco-Beteiligung schnell veräußern, um sich finanzielle Luft zu verschaffen. Kurz vor Weihnachten sind aber offenbar die Verhandlungen mit dem französischen Sender TF 1 gescheitert. Die Gespräche waren zwar weit fortgeschritten, scheiterten aber letztlich an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Derzeit gebe es "verschiedene Gespräche" über Telecinco, ein Abschluss stehe aber nicht unmittelbar bevor, heißt es in Finanzkreisen. Ein Unternehmenssprecher wollte gestern weder zu den Kreditverhandlungen noch zu den Verkaufsplänen Stellung nehmen.

Der Wert des Kirch-Anteils von einem Viertel an dem Madrider Sender wird auf mindestens 500 Mill. Euro geschätzt. Telecinco gilt als der rentabelste Fernsehsender Europas. Nach Informationen des "Tagesspiegels" werden nun die Gespräche mit der Dresdner Bank über den bereits im Dezember 2001 verlängerten Kredit von 460 Mill. Euro wieder aufgenommen. Die Dresdner wollte Ende 2001 den Kredit fällig stellen. Hahn erreichte in intensiven Verhandlungen eine Verlängerung.

Die Verschuldung der gesamten Kirch-Gruppe liegt bei knapp sechs Mrd. Euro. Der Konzern steht unter Druck. Die hohen Verluste des Bezahlfernsehens Premiere halten an. Jüngst hatte das Pay-TV-Unternehmen eine enttäuschende Bilanz vorgelegt. Die Zahl der Abonnenten sei im vergangenen Jahr nur um 5 % auf 2,41 Mill. gesteigert worden. Die Verluste haben laut Kirch-Vize Dieter Hahn 2001 mehr als 500 Mill. Euro betragen. Zuletzt kam durch den Verkauf des 1,28prozentigen Anteils am italienischen Medienkonzern Mediaset frisches Geld in die Kirch-Kassen. Kirch erhielt damit im Dezember eine Finanzspritze von 120 Mill. Euro. Für Entlastung sorgt der Sportrechtehandel. Der Gesamterlös liegt derzeit bei rund 1,1 Mrd. Euro. Der Kaufpreis lag bei 800 Mill. Euro.

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