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16.01.2001

19:40 Uhr

Die Bühne für den großen Auftritt hätte nicht besser gewählt sein können. Ausgerechnet beim Prozess gegen den umstrittenen Börsenbrief-Herausgeber Egbert Prior gab EM.TV-Chef Thomas Haffa zu, dass er im Februar 2000 ohne Genehmigung der Konsortialbanken Aktien seines Unternehmens im Wert von fast 40 Millionen Mark verkauft hat. Damit stellt der einstige Sonnyboy des Neuen Marktes seine bisherigen Aussagen auf den Kopf. Falls Thomas Haffa nach dem Fiasko seiner Filmrechtefirma noch ein Rest an Glaubwürdigkeit geblieben war - jetzt hat er ihn verspielt. Und seine ohnehin schon schwache Position in den Verhandlungen mit dem übermächtigen Kaufinteressenten Kirch ist nun noch schwächer. Haffa, ansonsten ein Meister des Selbstmarketings, erlebte gestern als Zeuge im Prior- Verfahren sein ganz persönliches Waterloo.

Der für die New Economy so wichtige Neue Markt braucht nach der Talfahrt der vergangenen Monate vor allem Vertrauen. Dazu gehören Vorstandsvorsitzende, die Verträge mit ihren Banken ernst nehmen. Ungenehmigte Aktienverkäufe zum eigenen Vorteil im Stil von EM.TV sind ein Schlag ins Gesicht der Aktionäre, die in der Talfahrt der vergangenen Wochen viel Geld verloren haben. Thomas Haffa hat im seltsamen Umgang mit der Wahrheit nicht nur sich selbst und seinen Aktionären einen Bärendienst erwiesen, sondern dem ganzen Neuen Markt.

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