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24.01.2003

22:46 Uhr

"Verkauf wird abgeblasen, wenn Angebote zu niedrig sind"

Interesse an Bertelsmann-Springer steigt

Der weltweit fünftgrößte Medienkonzern Bertelsmann kann nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen mit Angeboten von mindestens sieben Bietern für seine Fachverlagssparte Bertelsmann-Springer rechnen.

Reuters LONDON/NEW YORK. Die Offerten lägen voraussichtlich zwischen 800 Mill. und 1 Mrd. Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus den Kreisen. Bertelsmann strebt einen Verkaufspreis von rund 1 Mrd. Euro an und will damit vor allem seine Schulden von etwa 3,7 Mrd. Euro senken. Der Konzern könnte den Verkauf auch immer noch absagen, wenn nicht der richtige Preis erzielt werden könnte, hieß es in den Kreisen weiter. "Bertelsmann muss nicht unbedingt verkaufen. Wenn die Angebote zu niedrig sind, sind sie bereit, den Verkauf abzublasen."

BertelsmannSpringer vereint 70 Fachverlage mit einem Jahresumsatz von zusammen rund 750 Mill. Euro unter seinem Dach und gibt neben rund 700 Zeitschriften jährlich mehr als 2 000 Bücher heraus. Nach der Einschätzung von Branchenkennern erzielt die Sparte zweistellige Umsatzrenditen.

Strategische Bieter und Finanzinvestoren interessiert

In Branchenkreisen wird erwartet, dass der kanadische Informationskonzern Thomson Corp, der niederländische Fachverlagsspezialist Wolters Kluwer und das Verlagshaus Reed Elsevier Angebote abgeben werden. Allerdings könnten die strategischen Interessenten wegen kartellrechtlicher Fragen vielleicht nur Teile des Geschäfts übernehmen, hieß es. Es sei auch möglich, dass sie sich mit Finanzinvestoren zusammentun.

So bereite zum Beispiel die Londoner Investmentgesellschaft Candover Partners zusammen mit Cinven ein gemeinsames Angebot vor. Die beiden Partner hatten im Oktober von Wolters Kluwer die Sparte Kluwer Academic Publishing für 600 Mill. Euro übernommen und könnten diese mit BertelsmannSpringer fusionieren. Weitere Interessenten seien die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners zusammen mit dem britischen Verlag Taylor & Francis, sowie die US-Finanzinvestoren Texas Pacific Group und Soros Private Equity Partners, hieß es in den Kreisen.

Die genannten Interessenten lehnten einen Kommentar entweder ab oder waren nicht zu erreichen. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte sich zu den Namen nicht äußern. "Wir erwarten, dass mehrere Bieter ihre Angebote bis zum Fristende am Montag abgeben. Alles läuft wie geplant", sagte er lediglich. Der Konzern hat die Investmentbank Merrill Lynch mit der Organisation des Bieterprozesses beauftragt. Bis zum Juni soll der Verkauf samt kartellrechtlicher Genehmigungen abgeschlossen sein.

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