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27.01.2003

08:15 Uhr

Verkaufsverhandlungen beendet

Heidelberg-Cement legt HBE-Verkauf auf Eis

Deutschlands größter Zement- und Baustoffhersteller Heidelberg-Cement hat den Verkauf seiner europäischen Baustoffsparte HBE zunächst auf Eis gelegt.

Reuters HEIDELBERG. Die Verhandlungen mit einem möglichen Investor seien beendet worden, weil der erzielbare Preis für die Heidelberger Baustoffe Europa (HBE) nicht den eigenen Vorstellungen entsprach, teilte Heidelberg-Cement am Montag mit. Die erhoffte Entlastung für die von einem hohen Schuldenstand geprägte Bilanz habe sich damit nicht erzielen lassen. Ursprünglich hatte Heidelberg-Cement den vor knapp einem Jahr eingeleiteten Verkauf von HBE bis Ende 2002 abschließen wollen. Nun sollen andere Unternehmensteile verkauft werden.

Grund für das Scheitern seien das schwierige Umfeld am Bau in Europa und die schwache Konjunktur in Europa, hieß es weiter. Bei HBE selbst zahlten sich jedoch die breite Diversifizierung, die 2001 begonnene Konzentration auf margenstarke Produkte und Sparmaßnahmen aus. 2003 sei in der Sparte weiteres Wachstum zu erwarten. In den ersten neun Monaten 2002 hatte die Sparte mit Produkten wie Trockenmörtel und Blähton ein Betriebsergebnis von 43 Millionen Euro erzielt. Vorstandschef Hans Bauer hatte schon im Herbst angedeutet, dass sich Heidelberg-Cement und mögliche Käufer die Lage am Bau unterschiedlich beurteilten. Man wolle nicht um jeden Preis verkaufen, sagte er.

Nach Medienberichten hatte Bauer 800 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro aus dem Verkauf erwartet. Nun sollen nach Angaben des Unternehmens andere Verkäufe von Unternehmensteilen helfen, die Schulden weiter abzubauen. Die Verbindlichkeiten - bis 2007 werden 2,9 Milliarden Euro fällig - belasten die Ratings von Heidelberg-Cement und die Kurse der Firmenanleihen. "Heidelberg-Cement verfügt über ausreichende und fest zugesagte Kreditlinien, um die erforderlichen Refinanzierungsschritte sicher zu stellen", betonte das Unternehmen.

Die Aktionärsgruppen von Heidelberg-Cement hatten sich den Medienberichten zufolge über den Sinn des Verkaufs von HBE gestritten. Während die Finanzinstitute Allianz und Deutsche Bank einen Verkauf favorisierten, sollen sich der Zementhersteller Schwenk und der Pharmaunternehmer Merckle dagegen ausgesprochen haben. Auch Bauer habe zuletzt seine Abneigung gegen den Verkauf geäußert, hieß es.

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