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21.01.2003

11:44 Uhr

Verlust von 15 Milliarden Euro erwartet

Faule Kredite verhageln Mizuho die Bilanz

Die japanische Großbank Mizuho Holdings rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlich höheren Verlust als bislang erwartet von umgerechnet mehr als 15 Mrd. Euro.

Reuters TOKIO. Die nach Bilanzsumme weltgrößte Bank begründete die revidierte Prognose am Dienstag mit verstärkten Abschreibungen auf kritische Kredite. Deswegen plant Mizuho auch eine kräftige Kapitalerhöhung, um finanziellen Schieflagen vorzubeugen.

Das Institut sagte für das Geschäftsjahr 2002/2003 (per Ende März) einen Konzernverlust von 1,95 Billionen Yen (rund 15,4 Mrd. Euro) voraus. Die erwarteten Belastungen durch Kreditausfälle würden sich auf 2,03 Billionen Yen verdoppeln. Zudem rechne das Institut mit höheren Wertverlusten bei Beteiligungen. Im November hatte Mizuho den erwarteten Netto-Verlust noch mit 220 Mrd. Yen und die geschätzten Belastungen durch Kreditausfälle mit 1,04 Billionen Yen beziffert.

Die geplante Kapitalerhöhung hat den Angaben zufolge ein Volumen von rund einer Billion Yen (rund 7,8 Mrd. Euro). Damit soll bis Ende März eine so genannte Kapitaladäquanz-Ziffer, die die Angemessenheit der Kapitalausstattung und damit die finanzielle Gesundheit anzeigt, von neun Prozent erreicht werden. Nach den Regeln der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) soll die Ziffer bei international operierenden Banken mindestens acht Prozent betragen.

Mizuho-Aktien reagierten mit Kursgewinnen von mehr als vier Prozent auf die Ankündigungen des Instituts. Händler sagten, es sei für die Banken besser, sich um die Abschreibung der faulen Kredite zu kümmern und dabei Verluste in der Bilanz hinzunehmen, als das Problem außeracht zu lassen, nur um einen kleinen Gewinn auszuweisen.

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