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13.03.2003

14:06 Uhr

Verluste auf Grund von Sparmaßnahmen verringert

Comdirect setzt auf persönliche Kundenberater

Der Online-Broker Comdirect rechnet 2003 im Konzern erstmals mit einem Jahresgewinn und stellt seinen Aktionären eine Dividende in Aussicht.

Reuters FRANKFURT. "Wir erwarten netto in jedem Fall ein positives Ergebnis" sagte Vorstandschef Achim Kassow am Donnerstag in Frankfurt. "Unser Ziel ist es, eine Dividende zu zahlen, wenn die Märkte nicht abschmieren." Um diese Ziele auch in der aktuellen Börsenkrise zu erreichen, will der mehrheitlich zur Commerzbank gehörende Broker seine Kosten weiter senken. Außerdem kündigte Kassow an, das Geschäft schon bald um den Bereich Finanz- und Vermögensberatung zu erweitern.

2002 hatte die Comdirect vor allem auf Grund von Sparmaßnahmen die Verluste deutlich verringert. Der Jahresfehlbetrag belief sich trotz Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 32 Millionen Euro auf nur noch 9,8 Millionen Euro nach einem Verlust von 160,7 Millionen Euro im Jahr davor. Operativ schrieb der Broker schwarze Zahlen: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg auf 4,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 52,3 Millionen Euro im Jahr 2001.

Verwaltungskosten sollen weiter sinken

Die Verwaltungskosten der Direktbank sanken 2002 um 38 Prozent auf 138,1 Millionen Euro. Hier habe sich die Trennung von den Auslandsaktivitäten in Italien und Frankreich ebenso ausgewirkt, wie der Abbau von 306 Vollzeitmitarbeitern, sagte Kassow. Die Einsparungen hätten einen guten Teil des durch die schwachen Märkte bedingten Ertragsrückgangs um 17 Prozent auf 142,8 Millionen Euro aufgefangen.

2003 wolle Comdirect die Kosten um weitere 18 Millionen auf 120 Millionen Euro senken, sagte Kassow. Damit werde der Broker sogar sein ursprüngliches Kostenziel für 2004 bereits übertreffen. Unter anderem werde Comdirect durch natürliche Fluktuation frei werdende Stellen zunächst nicht neu besetzen und damit den Personalabbau fortsetzen. Derzeit hat die Commerzbank-Tochter rund 790 Vollzeitbeschäftigte.

Hinsichtlich der Ertragsentwicklung will die Comdirect die Abhängigkeit ihres Geschäfts von den aktuell schwachen Kapitalmärkten verringern. Unter anderem will der Broker noch in diesem Jahr mit dem Aufbau einer Finanz- und Vermögensberatung beginnen. Ab 2004 solle ein Team entstehen, das etwa 17.000 Kunden bei der Finanz- und Vorsorgeplanung beraten solle. Bis 2006 sollten 180 Berater vor allem in Ballungsräumen im Einsatz sein. 2006 solle der Bereich, für den Kassow zunächst Verluste von fünf Millionen Euro jährlich prognostiziert, auch die Gewinnschwelle erreichen.

Die Aktie der am Neuen Markt gelisteten Comdirect notierte am frühen Nachmittag in einem festen Gesamtmarkt 14,6 Prozent im Plus bei 3,30 Euro.

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