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24.07.2000

18:39 Uhr

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Standardwerte an der Frankfurter Börse haben am Montag kaum verändert notiert. Die lang erwartete Übernahme des amerikanischen Mobilfunkbetreibers Voice-Stream habe das Tagesgeschäft geprägt, sagte ein Frankfurter Händler. Mit einem Minus von 0,38 % auf 7 344,91 blieb der Dax bis zum Abend knapp unter dem Vortagesschluss. Der 70 Nebenwerte umfassende MDax-Index gab ebenfalls nach und fiel um 0,18 % auf 4 643,54 Zähler. Am Neuen Markt legten die Wachstumswerte im Nemax 50 dagegen um 0,13 % auf 6 257,44 Punkte zu.

Die Aktien der Deutschen Telekom gerieten nach der Bekanntgabe der VoiceStream-Übernahme für 50,7 Mrd. $ zunächst stark unter Druck. Der Wert sank um zuletzt 8,67 % auf 50,48 Euro. Analyst Robert Vinall von der DG Bank betonte, die Übernahme sei zwar kein Schnäppchen, stelle aber einen wichtigen strategischen Schritt in den weltweit größten Telekommunikationsmarkt dar. "Die Übernahme der Voice-Stream war ein finanzieller Schock", sagte dagegen Niels Machemehl von der Vereins und Westbank. - "Der Kaufpreis liegt jenseits von Gut und Börse. Wenn die Deutsche Telekom ein Global Player sein will, wäre die Übernahme von Sprint sinnvoller gewesen". Sprint biete ebenfalls Mobilfunk an und besitze zudem ein landesweites Festnetz.

Auch die Metro -Aktie verlor mit zuletzt minus 6,98 % auf 43,95 Euro erheblich an Wert. Händler machten enttäuschte Fusionshoffnungen für den Kursrutsch verantwortlich. Analyst Michael Köhler von der BfG-Bank erwartet nun, dass sich die Metro-Aktie bald wieder einem Wert von 35 Euro nähert. Metro war seit Ende Juni auf ein Niveau von 47 Euro geklettert.

Die Aktie der Hypo-Vereinsbank zählte mit minus 4,91 % bei 64,95 Euro ebenfalls zu den Verlierern. Hypo-Vereinsbank Aktionäre schichteten wegen des günstigen Kurses der übernommenen Bank Austria im Wiener Index ATX in Aktien der Österreicher um, um sie dann wieder einzutauschen, sagte ein Händler.

Trotz der kräftigen Verluste an der New Yorker Computerbörse Nasdaq vom Vortag schob sich der Siemens -Kurs um 2,86 % auf 180,00 Euro und damit an die Spitze der Dax-Gewinner. Das Investmenthaus Lehman Brothers geht von guten Neunmonatszahlen des Technologieriesen aus. Die Daten werden für Mittwoch erwartet.

Der Dow-Jones-Index lag zuletzt um 0,29 % höher bei 10 764,32 Zählern, während die Computerbörse Nasdaq 0,25 % auf 4 084,33 Punkte abgab. Die Börsen in London und Paris verzeichneten marginale Gewinne. Die im Euro-Stoxx-50-Index zusammengefassten europäischen Standardwerte schoben sich geringfügig um 0,05 % höher und notierten mit 5 240,45 Punkte.

Der Rentenmarkt gab sich etwas fester. Mit 104,98 Zählern kletterte der Bund-Future um 0,02 % höher als am Vortag. Der Rentenmarktindex REX stieg gleichzeitig um 0,03 % auf 109,70 Punkte. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite unverändert zum Freitag bei 5,32 % fest. Der Euro wurde in Frankfurt zuletzt bei 0,9329 $ gehandelt. Demnach war ein Dollar 2,0965 DM wert.

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