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08.01.2001

23:18 Uhr

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Verluste eingedämmt

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Amerikas wichtigsten Aktienindizes konnten sich am Montagnachmittag von den Kursverlusten der ersten Handelshälfte erholen. Die Angst vor der drohenden Rezession hatte die Börsenbarometer bis zur Mittagsstunde in die Tiefe geführt. Dank Schnäppchenjägern konnte sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index bis zum Abend einen Teil der Verluste wieder gut machen.

Negative Analystenstimmen und Gewinnwarnungen belasteten das Handelsgeschehen zum Wochenauftakt. Die Mehrheit der Analysten erwartet für das erste Halbjahr des laufenden Jahres die Rezession. Sie ist bereits in vollem Gange, behaupten nun die ersten Experten. Anzeichen gibt es mittlerweile genug. Während die Unternehmen des S&P 500 Indexes im dritten Quartal noch ein Gewinnwachstum von 18 Prozent erzielten, erwarten Experten für das vierte Quartal lediglich Zuwachsraten von 4,1 Prozent.



Computeraktien gehörten am Montag zu den größten Verlierern. Bear Stearns hat den Sektor mit negativen Kommentaren belastet. Die Analysten befürchten, dass eine schwache Nachfrage und einen aggressiver Preiskampf die Gewinnmargen der Computerhersteller weiter belasten könnte. Besonders negativ gestimmt sind die Experten auf Dell Computer. Das Analystenhaus senkt seine Gewinnschätzungen für den Computerhersteller um 5,4 Prozent. Neben Dell gerieten auch Sun Microsystems und Apple Computer unter Druck.



Gemischt notierten dagegen die Aktien von Fluggesellschaften. Übernahmespekulationen sorgten auf dem Sektor für Bewegung. American Airlines wolle die stark angeschlagene Fluggesellschaft Trans World Airlines für rund zwei Milliarden Dollar übernehmen. Das berichteten am Montag die amerikanischen Tageszeitungen Wall Street Journal und Washington Post.



American Airlines will durch die Akquisition angeblich seine Position im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten ausbauen. Analysten stehen einer Übernahme allerdings skeptisch gegenüber. Experten befürchten, dass TWA nur wenig Nutzen für American Airlines habe. Doch die Spekulationen ziehen Kreise. In einem zweiten Schritt soll ebenfalls eine 20-prozentige Beteiligung an US Airways gekauft werden.



Die Transaktion stehe im direkten Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von US Airways durch United Airlines. Die Wettbewerbsbehörden haben einer Fusion der beiden Fluglinien noch nicht zugestimmt. Man befürchtet, dass die Übernahme zu nachlassendem Wettbewerb führen könnte. Die Analysten von CIBC World Markets stufen die Aktie von American Airlines von " kaufen" auf "halten"" ab. Der Handel der TWA Aktien wurden am Montag ausgesetzt. American Airlines verlor rund acht Prozent.



Spekulationen sorgten auch bei Ölaktien für Bewegung. Gerüchten zufolge könnte die OPEC auf ihrer nächsten Sitzung die Produktion auf unter eine Million Barrels kürzen. Eine Verringerung der Ölförderung sollte die Preise etwas in die Höhe treiben.



Getränkeaktien profitieren von einer Aufstufung durch Goldman Sachs. Nach Aussagen der Analysten könnten die Getränkekonzerne wie Pepsi und Coca-Cola Quartalszahlen melden, die die Erwartungen erfüllen.



Kursgewinne verbuchten zum Wochenauftakt defensive Aktien. Nachdem Anleger ihr Kapital vergangene Woche aus diesem Sektor abzogen, kehrt es diese Woche wieder. Philip Morris und Procter & Gamble konnten an Wert zulegen.



Die Aktien von Alcoa legten ebenfalls zu. Die weltgrößte Aluminium-Schmelzhütte hat Quartalsergebnisse gemeldet, die die Konsensschätzungen übertreffen. Vermehrte Akquisitionen verbesserten Alcoas Gewinne.

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