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19.07.2000

11:30 Uhr

adx BERLIN. Die Biotechnologiefirma PlasmaSelect AG, Teterow, liegt mit ihrem Umsatz im ersten Halbjahr 2000 elf Prozent über Plan. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte, betrug der Gesamtumsatz in diesem Zeitraum 3,015 Mill. Euro.

Insgesamt schließt die Firma das erste Geschäftshalbjahr nach eigenen Angaben mit einem Verlust von 12,1 Mill. Euro ab. Dies sei aber auf Grund der hohen Kosten für die Markteinführung des neuen Produkts RheoSorb sowie für den Börsengang im März dieses Jahres einkalkuliert, sagte Finanzvorstand Sabine Kalisch am Mittwoch in Berlin.

Das operative Ergebnis vor Aufwendungen habe für das erste Halbjahr einen Verlust von 3,685 Mill. Euro erbracht. Nach Aufwendungen habe es sogar ein Minus von 12,794 Mill. Euro ergeben, sagte Kalisch. Für das dritte Quartal erwarte PlasmaSelect aber den Break-even im Ertrag und ein operatives Ergebnis von 0,56 Mill. Euro. Das Geschäftsjahr 2000 solle insgesamt noch mit einem negativen Ergebnis beendet werden. Im kommenden Geschäftsjahr will die junge Biotech-Firma dann jedoch schwarze Zahlen schreiben.

Grund für die optimistischen Prognosen sei im Wesentlichen die derzeit laufende europaweite Markteinführung von RheoSorb, das derzeit "konkurrenzlos" bei der Behandlung des diabetischen Fußes sei, sagte Kalisch. Seit dem Marktgang von RheoSorb im Mai dieses Jahres habe man mit diesem Produkt einen Umsatz von 300 000 Euro erzielt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem das Blutplasma von schädigenden Substanzen gereinigt wird. Dabei wird das Blut außerhalb des Körpers über Adsorber geleitet. Die Behandlungskosten für den diabetischen Fuß ließen sich so von derzeit 200 000 Mark auf rund 50 000 Mark pro Patient reduzieren.

"Unsere Erwartungen sind erfüllt", sagte Kalisch. Sie bezeichnete die Erwähnung von PlasmaSelect in Zusammenhang mit einer so enannten Todesliste in der Finanzzeitschrift "Capital" in der vorigen Woche als "unverantwortlichen Sensationsjournalismus", der gerade für junge Unternehmen sehr schädlich sein könne. Der Vorgang habe der Firma zeitweise einen Wertverlust von 30 % gebracht, der Kurs der Aktie sei im Tagesverlauf sogar unter den Ausgabepreis von 45 Euro pro Stück gefallen.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will PlasmaSelect in den kommenden zwei Jahren vor allem klinische Studien finanzieren, um die Akzeptanz der Therapie bei den Ärzten zu verbessern und zugleich die Voraussetzungen für die Anerkennung durch die Krankenkassen zu schaffen. Insgesamt 18 Mill. Euro seien für diesen Posten vorgesehen. Im Jahr 2002 ist der Markteintritt für die USA geplant, für den das Unternehmen rund 10 bis 15 Mill. Euro investieren will. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen 40 Mill. Euro für den Aufbau von Partnerschaften und Akquisitionen ausgeben, sagte Kalisch.

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