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01.05.2003

19:15 Uhr

Vermehrung des Bindegewebes festgestellt

SARS-Patienten droht dauerhafte Lungenschädigung

In Hongkong haben SARS-Patienten nach Erkenntnissen der behandelnden Ärzte möglicherweise dauerhafte Schäden davongetragen.

Reuters HONGKONG. Radiologen eines großen Krankenhauses in der ehemaligen britischen Kronkolonie teilten am Donnerstag mit, bei einigen geheilten Patienten sei eine Vermehrung des Bindegewebes in der Lunge festgestellt worden. Ob dies durch die Krankheit selbst oder deren Behandlung hervorgerufen wurde, sei nicht klar. Hongkong ist zusammen mit dem restlichen China die am stärksten von den Lungenkrankheit betroffene Region weltweit. Im niedersächsischen Hameln bestätigte sich der SARS-Verdacht bei einem Kleinkind nicht.

Einige entlassene Patienten wiesen eine Lungenfibrose auf, die möglicherweise dauerhaft bestehen bleibe, sagte Anil Ahuja vom Prince-of-Wales-Krankenhaus in Hongkong. Auch sein Kollege Gregory Antonio sagte, er habe bei einigen Patienten Flecken festgestellt, die mit großer Wahrscheinlichkeit vernarben würden. Zur Lungenfibrose kommt es, wenn Lungengewebe abstirbt und nicht mehr in der Lage ist, Sauerstoff zu transportieren. Bei schwerer Lungenfibrose können Patienten Probleme beim Gehen oder beim Treppensteigen bekommen.

Die Ärzte schlossen nicht aus, dass die Lungenfibrose auch durch die verabreichten Medikamente ausgelöst wurde. Die Gesundheitsbehörden in China und den USA hatten in der Vergangenheit die Behandlungsmethoden in Hongkong kritisiert. Die dortigen Ärzte erklärten jedoch, ihre Methoden hätten sicn zu 90 % der Fälle als erfolgreich erwiesen.

Weltweit sind nach Zahlen der WHO und nationaler Behörden fast 5800 Menschen in 29 Ländern mit SARS infiziert und rund 380 Menschen der Krankheit erlegen.

Der SARS-Verdacht bei einem Kleinkind aus dem niedersächsischen Hameln bestätigte sich nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover nicht. Es könne Entwarnung gegeben werden, nachdem zwei erste Schnelltests negativ ausgefallen seien und der Junge keine Anzeichen für eine Lungenerkrankung mehr aufweise, sagte der zuständige Arzt, Reinhold Ernst Schmidt. "Dem Jungen geht es so weit gut, er hat kein Fieber mehr." Auch in Baden-Württemberg hatten die Behörden bei zwei SARS-Verdachtsfällen Entwarnung gegeben.

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