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12.03.2003

10:36 Uhr

Vernband: Irak-Streit mit USA belastet

VDMA sieht 2003 kein Wachstum

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erwartet auch in diesem Jahr keine wesentliche Geschäftsbelebung und weiteren Arbeitsplatzabbau in der Branche. "Wir wissen nur eins: Die Lage ist und bleibt extrem störanfällig", sagte der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Diether Klingelnberg, am Mittwoch in Frankfurt laut vorab verbreitetem Redetext.

Reuters FRANKFURT. Nach einem inflationsbereinigten Rückgang der Produktion von fast vier Prozent im vergangenen Jahr laute die Prognose für 2003 weiterhin auf "plus Null".

Klingelnberg verwies auf den Irak-Konflikt als besonderen Belastungsfaktor in ohnehin konjunkturschwachen Zeiten. Zusehend erschwerend für die exportorientierte Maschinenbaubranche komme der politische Streit zwischen Deutschland und den USA über das Vorgehen in Irak hinzu, betonte der VDMA-Chef. "Jedes dritte Unternehmen berichtet, dass sich der aktuelle Streit in Geschäftsverhandlungen bei ihren Kontakten bereits bemerkbar gemacht hat." Und bei jedem fünften Betrieb habe sich der Streit bereits negativ ausgewirkt. Dies habe eine Umfrage bei den VDMA-Mitgliedsfirmen ergeben.

Weniger bedenklich erscheine ihm dagegen noch die jüngste Stärke des Euro, sagte Klingelnberg. "Entscheidende Vorgabe für die Auslandsorders des deutschen Maschinenbaus ist die weltweite Nachfrage nach Investitionsgütern und nicht der Wechselkurs." Preiseffekte schlügen wenn überhaupt erst mit einer zeitlichen Verzögerung von einem Jahr durch. "Solange der Euro nicht stark überbewertet ist, dürften sich die Belastungen in Grenzen halten."

Zur Geschäftsentwicklung 2003 sagte Klingelnberg: "Wir erwarten auch in den kommenden Monaten kein deutliches Anziehen der Inlandsorders." Und auch die Auslandsgeschäfte, die im vergangenen Jahr noch die Branche gestützt hatten, gäben derzeit "keinen Grund zur Euphorie". Die Verunsicherung wegen der Irak-Krise, steigende Rohölpreise und die anhaltende Angst vor Anschlägen würden die "ohnehin wenig erfreulichen Wachstumsprognosen massiv in Frage stellen". Insgesamt sei somit mit einer Stagnation beim Maschinen- und Anlagenbau zu rechnen.

Bereits 2002 waren Produktion und Auftragseingänge real rückläufig. Vor allem die Inlandsgeschäfte hätten mit einem Auftragsminus von acht Prozent die Branche belastet, hieß es. Die Auslandsaufträge seien dagegen stabil geblieben, vor allem die Exporte in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach China und Russland hätten zugelegt. Die Zahl der Stellen in der Branche sei um 1,8 % auf 885 000 gesunken und werde in diesem Jahr voraussichtlich um weitere zwei bis drei Prozent abnehmen.

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