Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.07.2000

19:18 Uhr

Versatel unterliegt und erwägt Klage gegen Regierung

UMTS-Auktion in den Niederlanden bringt nur 5,2 Mrd. DM

Die Versteigerung von fünf UMTS-Lizenzen in den Niederlanden ist am Montag mit einem deutlich niedrigen Erlös als von der Regierung anfangs erwartet abrupt zu Ende gegangen. Finanzminister Gerrit Zalm teilte in Den Haag mit, die Lizenzen seien für insgesamt 5,9 Millarden Gulden (rund 5,2 Mrd. DM) verkauft worden. Vor Beginn der Versteigerung hatte die Regierung noch mit einem Erlös von 20 Mrd. Gulden gerechnet. Zuletzt lagen nur sechs Bietergruppen im Rennen. Die Versteigerung der Lizenzen endet, wenn keine neuen Höchstgebote eingehen. Ausschlaggebend für das jähe Ende der Auktion sei das Ausscheiden des Mitbieters Versatel gewesen, hieß es aus Branchenkreisen.

rtr/dpa DEN HAAG. Die größte Lizenz ersteigerte Libertel, eine Tochter von Vodafone Airtouch, mit 713,8 Mill. Euro, vor der Mobil-Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN mit 711,1 Mill. Euro. Die France Télécom-Tochter Dutchtone zahlte mit 435,6 Mill. Euro den höchsten Preis für eine der drei kleineren Lizenzen. Die British Telecom-Tochter Telfort zahlte 430 Mill. Euro. Deutsche Telekom erhielt zusammen mit dem Mobiltelefonbetreiber als Bewerber 3 G Blue die fünfte Lizenz für 394,9 Mill. Euro.

Ursprünglich waren zehn Bewerber angetreten

Mitbieter Versatel wurde in der letzten Runde aus dem Rennen geworfen. Die Gruppe, die noch nicht auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt aktiv ist und als Außenseiter galt, gab bekannt, sie erwäge eine Klage gegen die Regierung.

In der Branche hatten nach den hohen Versteigerungserlösen in Großbritannien Befürchtungen über sinkende Gewinne der Unternehmen die Runde gemacht. Ursprünglich hatten sich zehn Bieter für die niederländische Versteigerung interessiert. Gleich zu Beginn der Versteigerung am 6. Juni hatten die Bietergruppen Hutchison 3G der Hongkonger Hutchison Whampoa und Nogenta Swedish Acquisitions vom britischen Kabelnetzbetrieber NTL das Handtuch geworfen.

Die UMTS (Universal Mobile Telecommunications Service)-Lizenzen sind bei heiß begehrt, da sie den direkten Zugang zum Zukunftsmarkt von multimedia- und internetfähigen Handys ermöglichen. Die Lizenzen laufen bis 2016.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×