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18.02.2002

19:00 Uhr

Versorger Innogy inszeniert eigene Übernahme

Nach Eon will RWE auf britischen Strommarkt

Der britische Energiekonzern Innogy stachelt die beiden deutschen Rivalen RWE und Eon zum nächsten Duell an. Der größte Strom- und zweitgrößte Gasversorger auf der britischen Insel bestätigte, dass er von mehreren Interessenten auf eine Übernahme angesprochen worden sei.

and LONDON. Vor allem dem Essener RWE-Konzern wird starkes Interesse an der Innogy Holding plc nachgesagt. Die Essener sind bereits im britischen Wassergeschäft mit Thames Water sowie bei der Öl- und Gas-Förderung (Highland Energy) vertreten. RWE-Konkurrent Eon hat den britischen Stromversorger Powergen für 8,2 Mrd. ? übernommen.

Mit Blick auf die Kaufphantasien legte der Innogy-Kurs in London gestern um mehr als 20 % zu. Damit habe das Innogy-Management sein Ziel erreicht, meinten Analysten in London. Sie werteten die offensichtliche Bitte um Übernahme nicht als Abwehrstrategie, sondern eher als Versuch, den Preis zu treiben. Der Innogy-Kurs war nach dem 11. September eingebrochen.

Innogy hat rund sieben Millionen Kunden und ist erst im Herbst 2000 durch die Aufspaltung des alten Energieversorgers National Power entstanden. "Das Unternehmen bietet dem Käufer eine sehr gute Position in dem hart umkämpften Energiemarkt", so die Meinung von Analysten in London. Einige halten es für möglich, dass noch andere europäische Energieriesen - etwa die italienische Enel oder der Stromgigant Electricite de France (EdF) - in das Poker einsteigen. Scottish Power hat Gespräche bestätigt, aber eine Fusion wieder verworfen.

Wie im Innogy-Umfeld zu hören, erwartet das Unternehmen bei einer Übernahme einen Aufschlag von 40 % auf den Schlusskurs von Freitag (210 Pence). Damit wäre der Konzern mit rund 3,2 Mrd. £ (5,2 Mrd. ?) bewertet. Im Gegensatz zu Powergen hat Innogy keine US-Aktivitäten.

Eine RWE-Sprecherin bestätigte nur, der Konzern habe großes Interesse an Großbritannien: "Wir wollen unsere Position bei Strom, Wasser, Gas, Förderung und Abfall ausbauen." Der britische Energiemarkt ist interessant, da er als erster in Europa völlig liberalisiert wurde.

Konkret gab RWE gestern bekannt, dass sich die Tochter RWE Gas mit 49 % am polnischen Gasversorger KRI (Posen) beteiligt hat. In Polen steht die Liberalisierung des Gasmarktes an, RWE ist bereits beim Stettinger Gasversorger KB Gaz beteiligt. Jüngst hatte sich der Konzern den größten tschechischen Gasversorger Transgas gesichert.

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