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23.01.2001

11:36 Uhr

afp ANKARA. Aus Protest gegen den Armenien-Beschluss der Pariser Nationalversammlung hat die türkische Regierung dem französischen Unternehmen Alcatel den Auftrag zum Bau des ersten türkischen Spionagesatelliten entzogen. Das gab Verteidigungsminister Sabahattin Cakmakoglu am Dienstag in Ankara bekannt. Der Auftrag für Alcatel hatte ein Volumen von umgerechnet rund 420 Millionen Mark. Cakmakoglu kündigte an, auch andere Rüstungsvorhaben der Türkei würden mit Blick auf einen Ausschluss französischer Bewerber überprüft, darunter auch der geplante Bau von 1000 Kampfpanzern für die türkische Armee. Grund ist ein Beschluss der französischen Nationalversammlung aus der vergangenen Woche, mit dem der Tod mehrerer hunderttausend Armenier in Ostanatolien im Ersten Weltkrieg als Völkermord gebrandmarkt worden war.

Cakmakoglu sagte, die Türkei löse beim Satelliten-Projekt einen Vorvertrag, der mit Alcatel geschlossen worden sei. Mit Blick auf das Panzergeschäft sagte der Minister, bei dieser Ausschreibung werde geprüft, ob das französische Unternehmen GIAT als Hersteller des Leclerc-Panzers aus dem Wettbewerb genommen werden soll. Das Panzergeschäft, bei dem in einem ersten Schritt zunächst 250 und in den Folgejahren weitere 750 Panzer mit einem ausländischen Joint-Venture-Partner gebaut werden sollen, ist mit einem Gesamtvolumen von etwa 15 Milliarden Mark eines der größten Rüstungsprojekte der Türkei. An der Ausschreibung ist auch der deutsche Panzer Leopard-2 beteiligt. Insgesamt will die Türkei in den nächsten 30 Jahren umgerechnet mehr als 300 Milliarden Mark für Rüstungsvorhaben ausgeben.

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