Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2000

20:47 Uhr

Verteilplan noch nicht erstellt

US-Richter billigt Bankenvergleich mit NS-Opfern

Die Großbanken haben von den 1,25 Mrd. $ inzwischen 583 Mill. $ bezahlt. Der Rest wird in zwei weiteren Tranchen im November erfolgen.

ap NEW YORK/BERN. Mit der Genehmigung des Milliarden-Vergleichs zwischen den Schweizer Großbanken und den jüdischen Klägern hat US-Richter Edward Korman den Weg für die Umsetzung des Abkommens frei gemacht. Korman billigte am Mittwoch die vor zwei Jahren zwischen den Schweizer Großbanken und den jüdischen Sammelklägern in den USA ausgehandelte Vergleichssumme von 1,25 Mrd. Dollar (rund 2,6 Mrd. DM). Im Gegenzug werden die Klagen der rund 600 000 jüdischen Kläger als erledigt betrachtet. Korman muss nun den Plan zu Verteilung des Geldes an die Kläger fertig stellen. Er habe nichts gegen den Vergleich, sagte Korman in New York. Dieses Zitat des Holocaust-Überlebenden Ernst Lobet entspreche genau seinen Gefühlen zu dem Vergleich. "Ich sage nicht, er sei fair, denn Fairness ist relativ", zitierte Korman Lobet weiter. "Keine Geldsumme kann unter solchen Umständen überhaupt gerecht sein".

In der Schweiz wurde das Plazet von Richter Korman zum Milliarden-Vergleich von Bundesregierung, jüdischen Organisationen und Banken begrüßt. Die Großbanken haben von den 1,25 Mrd. Dollar unterdessen 583 Mill. Dollar bezahlt. Der Rest der Zahlung wird in zwei weiteren Tranchen am kommenden 23. November und im November 2001 folgen. Im Abkommen enthalten ist auch eine Beteiligung der vier Versicherer Swiss Re, Rentenanstalt/Swiss Life, Basler Versicherungen und Helvetia Patria. Diese verpflichten sich, zusätzlich bis zu 50 Mill. Dollar im Zusammenhang mit dokumentierten, unbezahlten Versicherungsansprüchen zuzuschießen. Die Vergleichssumme erhöht sich damit auf bis zu 1,3 Mrd. Dollar.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×