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15.02.2002

11:36 Uhr

Vertrag bis 2004 gilt auch für 2. Liga

Friedhelm Funkel soll den 1. FC Köln retten

Friedhelm Funkel soll den 1. FC Köln vor dem drohenden zweiten Abstieg retten. Der Standard-Nachfolger von Ewald Lienen einigte sich mit dem Präsidium des Fußball-Bundesligisten am Donnerstagabend auf einen Vertrag bis zum 30. Juni 2004. Der Kontrakt gilt auch für die zweite Bundesliga.

sid KÖLN. "Man muss realistisch sein und auch für die 2. Liga planen, denn Wunder gibt es im Fußball nicht so oft. Aber wir werden natürlich alles versuchen, den 1. FC Köln zu retten. Das wäre für den Verein und die Stadt ganz wichtig", sagte der 48 Jahre alte Ex-Profi, der am Freitag erstmals das Training bei den "Geißböcken" leiten soll. Seinen ersten Auftritt auf der FC-Bank wird Funkel am Sonntag im Heimspiel gegen Werder Bremen haben. Interimstrainer Christoph John kehrt zurück zu den "U23"-Junioren.

Noch am Vortag hatte sich Funkel zurückhaltend zu einem Engagement in Köln geäußert. "Die Chancen stehen 50:50. Man muss einen Abstieg in die zweite Bundesliga realistisch in Erwägung ziehen. Und da muss ich wissen, mit welchen Spielern ich planen kann." Dass die Aufgabe beim 1. FC Köln einem "Himmelfahrtskommando" gleiche, wollte Funkel nicht bestätigen: "Es ist eine schwierige Aufgabe, die ich mir aber zutraue. Es gibt im Beruf wie im Leben sowieso nichts Einfaches."

Bis zum Vertragsabschluss herrschte beim FC Tristesse pur, außer Funkel war kein anderer Trainer für das Schlusslicht in Sicht. Frank Pagelsdorf hatte abgesagt, Kontakte zu Werner Lorant hatten sich zerschlagen, Christoph Daum hatte sich immer wieder ins Gespräch zu bringen versucht, war aber nie ein Thema. Interimstrainer Christoph John hatte auf Abruf gearbeitet. "Ich bleibe beim 1. FC Köln, entweder betreue ich am Wochenende die Amateure in Duisburg oder die Profis gegen Bremen", meinte John, der sich jetzt wieder auf die Amateure konzentrieren kann.

"Bis Sonntag ist die Trainersache über die Bühne", hatte Hauptgeschäftsführer Claus Horstmann wiederholt angekündigt und nun Recht behalten. Horstmann, der beim FC nach dem Rücktritt von Hannes Linßen auch den Sportmanager-Posten übernommen hatte, hatte als neuer starker Mann nach turbulenten Tagen erst einmal für ein wenig Ruhe gesorgt. FC-Präsident Albert Caspers hatte die Trainersuche zur "Chefsache" erklärt.

Er selbst hatte trotz einer deprimierenden Niederlagenserie und 779 Minuten ohne Tor am Montag eigene Rücktrittsgedanken offiziell dementieren lassen, 24 Stunden nach dem erneuten 0:4-Debakel beim Hamburger SV aber den Abschied von Linßen akzeptiert.

Funkel hatte sich im Dezember nach seiner Entlassung beim Liga-Konkurrenten Hansa Rostock mit Stil verabschiedet. "Ich wünsche jedem, der gehen muss, dass es so abläuft. Das war alles sehr sachlich und fair, eine absolut saubere Trennung. Ich bin nicht enttäuscht, sondern erleichtert. Ich glaube, der Vorstand hat die richtige Entscheidung getroffen", hatte der 48-Jährige am Ende seiner knapp 15-monatigen Tätigkeit an der Ostsee gesagt und ohne jeglichen Groll den Hanseaten eine bessere Zukunft gewünscht.

Funkel war vor seiner Entlassung in Rostock auch schon beim KFC Uerdingen (1991 bis 1996) und MSV Duisburg (1996 bis 2000) geschasst worden. Sowohl in Duisburg als auch in Rostock war Ewald Lienen einer seiner Vorgänger gewesen.

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