Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.02.2003

16:40 Uhr

Vertrag bis Saisonende

Hörster kündigt „harte Welle“ an

Bayer Leverkusens neuer Hoffnungsträger Thomas Hörster hat bei seinem Amtsantritt eine "harte Welle" angekündigt. "Es zieht sich wie ein roter Faden durch alle Sachen, dass die Disziplin fehlt", erklärte der 46-jährige neue Chefcoach am Montag bei seiner Vorstellung. Der bisherige Amateur-Trainer des Vereins ist überzeugt, dass er den Vizemeister aus der Bundesliga-Abstiegszone führen kann: "Ich traue mir alles zu."

Thomas Hörster genießt das Vertrauen von Manager Reiner Calmund (im Hintergrund). Foto: dpa

Thomas Hörster genießt das Vertrauen von Manager Reiner Calmund (im Hintergrund). Foto: dpa

HB/dpa LEVERKUSEN. Bei seinem Debüt im Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Newcastle United (20.45 Uhr/Premiere) hat er noch nicht viel zu verlieren, aber einiges zu gewinnen. "Es ist wichtig, da kann ich etwas ausprobieren und Erkenntnisse gewinnen", sagte Hörster, der erst am Sonntagmorgen nach der Entlassung von Vorgänger Klaus Toppmöller von seiner Berufung erfahren hat. "Wir haben nie mit einem anderen Trainer gesprochen, weil wir immer der Auffassung waren, das es Thomas Hörster machen soll", sagte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund. Er bestätigte am Montag nun auch offiziell, dass der Coach zunächst bis zum Ende der Saison amtieren soll.

Keinen Hehl machte Calmund mehr daraus, dass sich Bayer bemüht hat, zugleich auch Otto Rehhagel als Sportdirektor zu verpflichten. "Wir haben Gespräche mit ihm geführt. Er hat aber einen Vertrag in Griechenland als Nationaltrainer und will diesen erfüllen", erklärte Calmund. Es soll nun weiter nach einem geeigneten Mann für diese Position gesucht werden. Noch einmal betonte er, dass er Toppmöller nur ungern geopfert hat: "Ich fühle mich nach wie vor noch hilflos und ohnmächtig. Den sportlichen Erdrutsch kann man nicht dem Trainer allein anlasten, da würde ich gern auch sechs, sieben Spielern an die Wäsche gehen."

Deshalb darf sich Hörster, der am Montagnachmittag erstmals das Training leitete, der Unterstützung der Bayer-Führung bei seiner harten Linie gewiss sein. "Ich meine vor allem die Disziplin auf dem Platz. Es kann nicht sein, dass ein Mittelfeldspieler sagt, er will nur rechts und kann nicht links spielen", kündigte er an. Dabei werde er allein die Leistung in den Mittelpunkt stellen: "Ich versuche, dass jeder die gleiche Ausgangsbasis hat. Das ist für alle ein Neuanfang - auf für die Profis. Die Jungs müssen mich überzeugen."

Während Calmund ("Das ist kein Feiertag mehr für uns") die Partie gegen Newcastle angesichts der existenziellen Bedrohung zur Nebensache erklärte und Führungsspieler geschont sehen wollte, will Hörster die Besten aufbieten. "Ich möchte, dass die besten Elf spielen. Da habe ich freie Hand", sagte Hörster, der einen Tag vor dem Spiel jedoch weder eine Vorstellung von der eigenen Aufstellung noch von einer Taktik gegen Newcastle hatte. "Ich hatte dazu noch keine Zeit."

Allerdings sind die Chancen der demoralisierten Bayer-Truppe auf das Erreichen des Viertelfinals nach Niederlagen gegen Inter Mailand (2:3) und FC Barcelona (1:2) sowieso minimal. Newcastle, das ebenfalls gegen die beiden Ersten der Gruppe A verlor, ist durch die Vorgänge in Leverkusen eher gewarnt als erleichtert. "Sie haben einen neuen Mann am Ruder. Und neue Besen kehren bekanntlich gut", mahnt Interims-Kapitän Gary Speed zur Vorsicht. Zumal der Tabellen-Dritte der englischen Premier League auf seine Stürmer-Stars Alan Shearer und Craig Bellamy (beide gesperrt) verzichten muss.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×