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31.01.2001

13:29 Uhr

Verurteilter Libyer kündigt Berufung an

Berufung im Lockerbie-Prozess

Der Verurteilte Abdel Basset el Megrahi kündigte über das libysche Fernsehen seine Berufung gegen den Schuldspruch an.

Reuters TUNIS. Das staatliche libysche Fernsehen hat nach dem Schuldspruch im Lockerbie-Prozess am Mittwoch gemeldet, der Angeklagte Abdel Basset el Megrahi werde Berufung einlegen. Seine Verteidiger würden innerhalb von 14 Tagen das Urteil anfechten, teilte ein Reporter mit. Der Sender hatte das Programm zur Urteilsverkündung unterbrochen. Das Gericht hatte im Prozess wegen des Anschlags auf ein US-Passagierflugzeug im Jahr 1988 Megrahi schuldig gesprochen. Die drei schottischen Richter hielten es für erwiesen, dass der 49-Jährige die 270 Opfer des Anschlags ermordet hat. Die Bekanntgabe der Strafe wurde für 14.00 Uhr angekündigt.

Der Mitangeklagte El Amin Chalifa Fahima wurde einstimmig freigesprochen. Er könne gehen, sagte der vorsitzende Richter Lord Sutherland. Fahima verließ daraufhin den Gerichtssaal.

Der Prozess fand vor einem schottischen Gericht auf dem Luftwaffenstützpunkt Camp Zeist in den Niederlanden statt. Nur unter diesen Bedingungen hatte sich Libyen bereitgefunden, die beiden Angeklagten auszuliefern. Libyens UNO-Botschafter Abused Dorda sagte dem US-Fernsehsender CNN am Mittwoch, Libyen als Staat habe mit dem Anschlag nichts zu tun. Nach seinen Worten ist Libyen über den Schuldspruch gegen Megrahi schockiert; es respektiere aber die lange Geschichte des schottischen Rechtssystems.

Die Ankläger hatten beiden Libyern vorgeworfen, in Malta den Koffer mit der Bombe aufgegeben zu haben, der später in der Maschine der Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodierte. Bei dem Anschlag kamen alle 259 Insassen und elf Menschen am Boden ums Leben. Laut Anklage sollen Megrahi und Fahima Agenten des libyschen Geheimdienstes gewesen sein, und in Malta getarnt als Mitarbeiter der libyschen Fluggesellschaft LAA gearbeitet haben. Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe.

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