Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2003

09:20 Uhr

Verwirrung um Vorstoß der US-Truppen

Bagdad erneut unter heftigem Beschuss

Die irakische Hauptstadt Bagdad ist am Sonntagmorgen erneut von Explosionen erschüttert worden. Reuters-Reporterin Samia Nakhoul berichtete von einer schweren Explosion, gefolgt von weiteren in größerer Entfernung. CNN hat berichtet, dass die US-Truppen vor Bagdad Probleme mit dem Nachschub hätten.

Immer wieder steht das Regierungsviertel in Bagdad unter Beschuss. Foto: dpa

Immer wieder steht das Regierungsviertel in Bagdad unter Beschuss. Foto: dpa

rtr/dpa BAGDAD/LONDON. Bereits kurz nach Mitternacht hatten zwei Explosionen das Zentrum Bagdads erschüttert. Aus dem Südwesten, wo US-Truppen den Flughafen eingenommen haben, war Artilleriefeuer zu hören. Von dort war US-Angaben zufolge am Samstag auch eine Panzereinheit kurzzeitig in die irakische Hauptstadt vorgestoßen. Ein US-Armeesprecher bezeichnete dies als Demonstration, dass die irakische Führung keine Kontrolle habe. Der Irak widersprach den Angaben.

"Den Menschen in Bagdad war sehr klar, dass alliierte Truppen in der Stadt waren", sagte ein US-Armeesprecher. Dieser Eindruck sei entscheidend. Den Angaben zufolge waren 25 Panzer und weitere Begleitfahrzeuge in den Vorort Daura eingerückt. Damit habe ein "Ausrufezeichen" dahinter gesetzt werden sollen, dass die Truppen nun in der Nähe Bagdads seien, sagte der Militärsprecher. Ein Reuters-Reporter, der im Süden und im Zentrum Bagdads - einer Stadt mit fünf Millionen Einwohnern - unterwegs war, sah allerdings keine US-Truppen.

Der irakische Informationsminister Mohammed Said el Sahaf sagte, Bagdad sei weiterhin unter der Kontrolle der Regierung. Er verlas eine Botschaft von Präsident Saddam Hussein, in der Bürger und Soldaten zu einem stärkeren Widerstand aufgerufen wurden: "Ihr müsst diesem Feind weitere Wunden zufügen und ihn bekämpfen und ihm die Siege nehmen, die er errungen hat." US-Präsident George W. Bush sagte, die irakische Regierung sehe ihrem Ende entgegen. "Dorf für Dorf, Stadt für Stadt kommt die Befreiung", sagte er in einer Rundfunkansprache. Tausende Menschen flüchteten aus der irakischen Hauptstadt.

In der Hitze trugen die Männer, Frauen und Kinder oft nur eine Plastiktüte oder Decke bei sich. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden allein am Freitag mehrere hundert verletzte Zivilisten in Krankenhäuser der Stadt gebracht.

Rund 110 Kilometer von Bagdad entfernt lieferte sich die US-geführte Invasionsarmee in Kerbela heftige Straßenkämpfe mit irakischen Milizen. Im Norden des Landes rückten US-Truppen und kurdische Kämpfer weiter auf die Ölstädte Mossul und Kirkuk vor.

CNN: US-Truppen vor Bagdad haben Nachschubprobleme

Vor der irakischen Hauptstadt Bagdad liegende US-Truppen haben nach Berichten des Nachrichtensenders CNN Versorgungsprobleme. Ein die 3. Infantrie-Division begleitender Reporter berichtete am Sonntagmorgen, die Truppen hätten Schwierigkeiten mit dem Nachschub von Wasser und militärischem Zubehör. Ein Hauptziel der Alliierten sei nun, eine Versorgungsroute aus dem Süden des Landes an die Front zu schaffen. Die 3. Infantrie- Division soll am Samstag an dem ersten Vorstoß in das Stadtgebiet von Bagdad beteiligt gewesen sein.

BBC: Heftige Kämpfe bei Basra

Das britische Militär ist im Südirak bei Basra in heftige Kämpfe mit irakischen Milizen verwickelt. Die BBC berichtete am Sonntagmorgen, britische Panzereinheiten seien am Morgen zu "neuen Positionen" in der Stadt vorgestoßen. Sie würden mit Gewehrfeuer beschossen. In der Umgebung eines Fabrikkomplexes habe es "schwere Gefechte" mit Milizen gegeben. Ein US-Kampfhubschrauber vom Typ Cobra sei den Briten aus der Luft zu Hilfe gekommen. Das Gebäude sei von der Bevölkerung geplündert worden, berichtete ein BBC-Korrespondent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×