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18.03.2003

16:31 Uhr

Verzicht auf Vetorecht

Springer stockt bei ProSiebenSat.1 auf

Im Rahmen der ProSiebenSat.1-Übernahme durch den US-Milliardär Haim Saban stockt der Axel Springer Verlag seine Beteiligung an dem TV-Konzern auf. Der Anteil werde von 11,5 auf 13,5 Prozent erhöht, sagte Verlags-Sprecherin Edda Fels am Dienstag.

HB/dpa BERLIN/MÜNCHEN. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit Saban getroffen worden. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). Bei den zuständigen Landesmedienanstalten hat Saban bereits den Antrag auf Genehmigung der Übernahme gestellt.

Saban hatte am Montag gesagt, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Springer-Verlag. Er sehe eine Reihe von möglichen Synergie- Effekten. Nach Angaben von Springer-Sprecherin Fels gehen die zusätzlichen zwei Prozent an der ProSiebenSat.1 Media AG ohne Zahlung von Geld an den Verlag. Springer verzichte im Gegenzug auf ein bestehendes Vorkaufsrecht für weitere 16,5 Prozent. Zusätzlich habe der Verlag künftig im Aufsichtsrat des Konzerns einen weiteren Sitz. Mit nun zwei Stimmen könne Springer das "unternehmerisches Mitspracherecht verbessern", sagte Fels. Damit hat Springer nun nicht mehr die Möglichkeit, ein weiteres Aufstocken der Anteile Sabans zu blockieren.

Fels betonte, dass die Schadensersatzforderung des Verlages gegen KirchMedia von der Vereinbarung nicht berührt sei. "Allerdings sind wir dort in konstruktiven Gesprächen", sagte sie.

Unklar ist noch, ob und wie stark sich TF1 bei Sabans Übernahme engagiert. Ursprünglich wollten die Partner gemeinsam für die insolvente KirchMedia bieten. Da aber noch die Zustimmung des TF1 - Aufsichtsrats fehlte, reichte Saban seine letzte Offerte allein ein. Er ließ aber eine Hintertür für die Franzosen offen. Bis zum endgültigen Abschluss (Closing) könne TF1 sich mit bis zu 50 Prozent beteiligen, sagte er. Bei einem Treffen mit TF1-Chef Patrick Le Lay wollte Saban am Dienstag in München die mögliche Kooperation diskutieren.

Die Medienwächter begrüßten die Übernahme der KirchMedia durch den US-Unternehmer. "Mit Saban investiert ein erfolgreicher internationaler Medienunternehmer mit jahrzehntelangen Erfahrungen im Fernsehgeschäft und im Filmrechtehandel am Standort München", sagte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring. Bei der BLM und den Landesmedienanstalten in Rheinland-Pfalz und Berlin-Brandenburg sei bereits ein Antrag zur Genehmigung gestellt. Branchenexperten rechnen nicht mit kartellrechtlichen Problemen, da Saban bisher auf dem deutschen Fernsehmarkt nicht engagiert ist.

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