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06.02.2002

00:00 Uhr

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Viag Interkom streicht Stellen

Das britische Mobilfunkunternehmen mm02 will angesichts des weltweiten Abschwungs der Branche im nächsten Geschäftsjahr mehr als 20 % seiner Stellen in Deutschland und Großbritannien abbauen. Bei der deutschen Tochter Viag Interkom solle die Zahl der Arbeitsplätze bis März 2003 um weitere 500 auf 3400 verringert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

rtr LONDON. Von den Stellenstreichungen in den beiden Kernmärkten verspreche sich der Konzern Einsparungen von 70 Mill. Pfund (rund 114,75 Mill. ?) jährlich. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete mm02 einen knapp unter den Analystenprognosen liegenden Kundenzuwachs und in Deutschland auch einen Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes je Kunde.

In Großbritannien soll die Zahl der Beschäftigten den Angaben zufolge um 1400 auf 6100 verringert werden, nachdem dort in den vergangenen Monaten bereits 250 Arbeitsplätze abgebaut worden waren. Die Stellenstreichungen im Rahmen eines Restrukturierungsplans würden im laufenden Geschäftsjahr mit Einmalbelastungen von 110 Mill. Pfund verbunden sein. Bei Viag Interkom in München hieß es, das Unternehmen werde die natürliche Fluktuation nutzen, den Einstellungsstopp weitgehend beibehalten und gegebenenfalls auch betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Im abgelaufenen Jahr hatte Viag Interkom als kleinster deutscher Mobilfunkbetreiber - die Mitarbeiterzahl bereits auf 3900 von zuvor 4300 reduziert.

In der zweiten Jahreshälfte 2001 hatten auch mm02-Konkurrenten wie Vodafone mit Stellenstreichungen auf die weltweite Schwäche des Mobilfunkmarkts reagiert. mm02 wurde im vergangenen November von der Konzernmutter BT Group ausgegliedert und als eigene Einheit an die Börse gebracht. Das Unternehmen will sich nach Angaben von Firmenchef Peter Erskine innerhalb der nächsten 100 Tage in O2 umbenennen. mm02-Aktien notierten am Dienstag in London gegen den Markttrend zeitweise leicht im Plus, rutschten dann aber auf minus 0,6 %.

Im abgelaufenen Quartal konnte mm02 den Angaben zufolge 453 000 neue Kunden hinzugewinnen. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem stärkeren Zuwachs um 500 000 bis 600 000 gerechnet. Der für die Branche wichtige Indikator des Durchschnittsumsatzes je Kunde fiel leicht auf 230 Pfund. Bei Viag Interkom stieg der Umsatz je Kunde dagegen auf 29 ? von 26 ? ein Quartal zuvor. Dabei sei der Umsatz der Vertragskunden mit 44 ? konstant geblieben, während die Kunden mit im Voraus bezahlten Telefonkarten (Prepaid) mit durchschnittlich zwölf Euro im Monat mehr telefoniert hätten, teilte der Münchener Konzern mit. Derzeit sind rund 51 % der Viag Interkom-Kunden über einen Vertrag an das Unternehmen gebunden, 49 % telefonieren mit Prepaid-Karten.

Die Kundenzahl von Viag Interkom stieg um 262 000 auf 3,65 Millionen. Alleine im Weihnachtsgeschäft im Dezember seien 184 000 Kunden zu Viag Interkom gekommen, hieß es. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Rudolf Gröger bekräftigte das Ziel den nächst größeren Konkurrenten auf dem Mobilfunkmarkt E-plus zu überholen. Gröger sagte, "dem Ziel die Nummer drei zu werden, sind wir mit den Ergebnissen des zurückliegenden Quartals deutlich näher gerückt".

Mit den jüngsten Geschäftszahlen baute der kleinsten Anbieters seinen Anteil an dem der Sättingung zustrebenden deutschen Mobilfunkmarkt aus. So verzeichnete der Branchenführer Deutsche Telekom zwar im letzten Vierteljahr 2001 einen Kundenzuwachs von einer halben Million Kunden, während der Branchenzweite D2 Vodafone lediglich 25 000 neue Kunden gewann.

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