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08.01.2003

16:56 Uhr

Viel Sonne und wenig Schneefall

Eisige „Bärbel“ verwandelt Deutschland in Gefrierschrank

In ganz Deutschland herrschen Temperaturen wie im Gefrierschrank. Mit klirrender Kälte hält Hoch "Bärbel" das Land noch mindestens bis zum Wochenende fest im Griff - dazu gibt es viel Sonne und nur wenig Schneefall.

Wohl dem, der in diesen Tagen sein Heizöfchen immer dabei hat. Foto: dpa

Wohl dem, der in diesen Tagen sein Heizöfchen immer dabei hat. Foto: dpa

HB/dpa OFFENBACH/BOCHUM. Von der Küste bis zu den Alpen lag am Mittwoch nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine geschlossene Schneedecke, aber es herrscht "verkehrte Welt" für Wintersportler. "In Schleswig-Holstein sind die Skibedingungen zur Zeit besser als am Alpenrand", sagte DWD- Meteorologe Michael Knobelsdorf.

Während in Kiel 28 Zentimeter Schnee lagen - nach den Worten von Knobelsdorf "Pulverschnee vom Feinsten" - kamen klassische Wintersportorte wie Oberstdorf und Kempten im Allgäu lediglich auf magere 7 beziehungsweise 11 Zentimeter. Auch der 1800 Meter hohe Wendelstein in Bayern hatte nicht mehr als 18 Zentimeter Schnee zu bieten. In der Mitte Deutschlands wie in Hessen war die Landschaft vielerorts nur leicht überzuckert. Zwar werde es bis zum Samstag vereinzelt schneien, aber an den Schneeverhältnissen ändere sich nichts, sagte Knobelsdorf.

Eisige Kälte herrscht überall - in der Nacht zum Mittwoch registrierte der DWD sibirische Temperaturen, der scharfe Nordostwind habe die "gefühlte Temperatur" auf unter minus 30 Grad sinken lassen. Gemessen wurden minus 20,3 Grad in Cottbus, im thüringischen Meiningen ebenfalls etwas unter minus 20 Grad. Der private Wetterdienst Meteomedia meldete minus 32,8 Grad am Funtensee im Berchtesgadener Land.

Der Frost hält sich hartnäckig - auch, weil weite Teile der Ostsee inzwischen zugefroren sind. Der Finnische Meerbusen sei vollständig mit Eis bedeckt, sagte Knobelsdorf. An der deutschen Ostseeküste behinderten Eisschollen den Schiffsverkehr. So viel Eis habe es an der Ostsee das letzte Mal Mitte der 90er Jahre gegeben.

Die vereiste See und der tiefgefrorene Boden halten die Kälte vorerst fest und blockieren den Zustrom milderer Luft vom Atlantik nach Deutschland. Und so rechnen die Meteorologen mindestens bis zum Wochenende mit unverändert strengem Frost - nachts gehen die Temperaturen bis auf zweistellige Minus-Werte zurück, tagsüber liegen sie am Alpenrand um minus 10 Grad, an der Küste um den Gefrierpunkt.

Am Sonntag könnte es im Nordwesten wieder spiegelglatt werden: Dort sollen die Temperaturen tagsüber wieder leicht über null Grad steigen, Schneefälle könnten in Regen übergehen. Dort, wo kein Schnee liegt, kann es dann gefährlich glatt werden. Zu Beginn der nächsten Woche ist nach Einschätzung des DWD allmähliche Milderung in Sicht.

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