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22.01.2001

11:40 Uhr

Viele Aktienkurse optisch günstig

Der Boden für die Hausse scheint bereitet

Die Chancen auf steigende Aktien-Kurse haben sich deutlich verbessert, so einige Analysten. Die Ampeln an den Aktienmärkten stehen wohl auf Grün.

vwd FRANKFURT. Bärenmarkt-Rally oder Bodenbildung - das ist die zentrale Frage der Börsianer nach den jüngsten Kursgewinnen. Die Hoffnungen der großen Bären, so von Baron Biggs oder Felix Zulauf im berühmten Round Table der Zeitschrift Barron's, gründen sich aber offensichtlich nur noch auf das Szenario einer starken globalen Rezession oder Deflation. Dieses Szenario ist aber zuletzt eher noch unwahrscheinlicher geworden. Damit haben sich die Chancen auf steigende Aktien-Kurse deutlich verbessert, die Ampeln an den Aktienmärkten stehen wohl auf Grün.

Denn viele Aktienkurse sind in der Korrektur seit März 2000 optisch sehr günstig geworden. Am Neuen Markt gibt es nun eine ganze Reihe von Aktien, die bei einem deutlichen Gewinnwachstum KGVs von weniger als 25 haben. Sollten die Gewinnschätzungen Bestand haben, muss man wohl zu Recht von regelrechten Schnäppchen oder auch Traumpreisen sprechen.

Rezessionsrisiko gesunken

Teuer machen könnte diese Aktien nur eine starke Rezession. Die Risiken für eine solche sind aber zuletzt kleiner geworden. Die US-Notenbank wirbt um Vertrauen und scheint die Konjunkturrisiken auch aggressiv einzudämmen. Sonst hätte sie nicht einen Tag nach der ersten Runde schon wieder den Diskont gesenkt. Aufatmen können vor allem die Japaner, denn der schwache Yen nimmt voraussichtlich das Damoklesschwert des Rückfalls in die wirtschaftliche Finsternis vom Land der aufgehenden Sonne.

Die US-Notenbank hat der Risikoaversion der Anleger bereits die Speerspitze gebrochen. In der vergangenen Woche gab es an den Anleihenmärkten Tage, in denen die Trippel-A-Anleihen schwach, türkische, russische oder lateinamerikanische Anleihen aber gleichzeitig freundlich tendierten.

Die US-Notenbank wird die Aktienkurse in das Szenario des Kampfes gegen die Rezession einbeziehen. Denn die US-Wirtschaft ist in hohem Maß abhängig vom Verbrauchervertrauen, das nicht zuletzt eben an den Aktienkursen hängt. Steigende Aktienkurse sind damit die beste Grundlage für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Und wie fast immer profitieren die Aktienkurse unmittelbar von der aggressiveren Geldpolitik. Solange sich das weltweite Wirtschaftswachstum noch nicht beschleunigt, fließt die Liquidität nicht in realwirtschaftliche Investitionen, sondern vor allem an die Kapitalmärkte.



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