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12.06.2000

19:00 Uhr

Viele Anleger wollen im Netz handeln

Fondsverkauf im Internet keine Gefahr für Vermittler

Die Investmentgesellschaften bereiten sich auf ihre Online-Zukunft vor. Der Anleger wird immer häufiger zwischen Kauf mit Beratung und kostenloser Transaktion ohne Beratung wählen können.

ina FRANKFURT/M. Beim zukünftigen Verkauf von Investmentfondsanteilen wird der Absatz über das Internet eine maßgebliche Rolle spielen. Diese Einschätzung zog sich als roter Faden durch die Diskussionsbeiträge von etwa 80 Fachleute aus Investmentgesellschaften auf einer von der IIR Deutschland GmbH in Frankfurt organisierten Konferenz zum Thema "Fondsvertrieb im Internet".

Markus Gunter von der Activest untermauerte die Notwendigkeit der Internet-Präsenz der Fondsgesellschaften mit Ergebnissen aktueller Umfragen. Schon heute würde sich ein Viertel der Fondsinteressierten im Internet über diese Produkte informieren. Allerdings, schränkte der Leiter des Marketings bei der Münchner Hypo-Vereinsbank-Investmentgesellschaft ein, würden bisher nur 3 % der Fondsbesitzer Käufe und Verkäufe online abwickeln. Vorstellen könnten sich das allerdings 45 % der Befragten.

Auch andere Zahlen illustrierten das zukünftige Absatzpotenzial über den innovativen Vertriebsweg. Bei den Direktbanken und Discount-Brokern schlage das Internet bereits deutlich das Telefon als Transaktionskanal. 71 % der Fondsinteressierten hätten schon Produkte online gekauft oder würden dies planen.

Gunter sieht im absehbaren Aufschwung des Vertriebs im Internet keine Gefährdung der traditionellen Absatzwege über Berater und Vermittler. Die ohne Beratung erfolgende Geschäftsabwicklung im Netz beim Direktgeschäft zwischen Gesellschaft und Anleger biete dem Kunden den Vorteil, keine Verkaufsgebühr entrichten zu müssen - das sei zumindest der Idealfall. Beim Erwerb über den Vermittler zahle der Kunde dagegen eine Gebühr als Entgeld für die Beratungsleistung. Gunter bezweifelt, dass diejenigen Investmentgesellschaften, die im Online-Geschäft reguläre Ausgabeaufschläge verlangen würden, diese Preispolitik aufrecht erhalten können.

Er stützte seine Thesen mit weiteren Umfrageergebnissen. Eine sehr große Mehrheit der Befragten vertraue bei der Fondsauswahl auf ihren Berater. Der Betreuer werde also nicht überflüssig. Er liefere den Mehrwert für den Anleger. Der Vermittler müsse in Zukunft ab er auch auf das Internet für Informations- und Orderzwecke zurückgreifen. Nur dann könne er überleben.

Gunter schilderte außerdem die ungenügende Informationslage über die Produkte selbst unter Anlegern mit Fondskenntnissen. Über die Hälfte der Befragten würden sich "weniger gut" oder "gar nicht gut" über Fonds informiert fühlen. Auch ein anderes Ergebnis gibt ihm zu denken. Mehr als zwei Drittel der Anleger mit Fondskenntnissen würden es begrüßen, wenn ihnen jemand mit einfachen Worten die Funktionsweise und Vorteile eines Fonds erklären würde.

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