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02.03.2003

17:46 Uhr

Viele Narren werden klatschnass

400 000 feiern Karneval in Berlin

Deutschland in Narrenhand: Allein in Berlin haben am Sonntag beim bislang größten Karnevalsumzug an der Spree rund 400 000 Menschen ausgelassen gefeiert. Zum Auftakt rollte das Prinzenpaar, Hans III. und Jutta I., auf einem Wägelchen durch das Brandenburger Tor.

Das Berliner Prinzenpaar ist in Feierlaune. Foto: dpa

Das Berliner Prinzenpaar ist in Feierlaune. Foto: dpa

HB/dpa HAMBURG/BERLIN. Vorne weg hatten die Narren eine Pappfigur von Bausenator Peter Strieder (SPD) postiert - eine Anspielung auf das Verbot des Senats, die großen Wagen durch das Tor fahren zu lassen.

Immer wieder ertönten Schlachtrufe wie "Berlin - Heijo" bei der Parade vom Brandenburger Tor bis zum Roten Rathaus. Im Zug waren etwa 2500 Jecken und 60 Wagen dabei. Die Parade auf dem Boulevard Unter den Linden gibt es erst seit 2001. Im ersten Jahr standen 100 000 Schaulustige am Straßenrand. Vergangenes Jahr waren es bereits 300 000. "Berlin braucht sich überhaupt nicht zu verstecken", sagte Prinz Hans III..

Mit Umzügen und buntem Treiben wurde auch in Bayern der Höhepunkt des Faschings gefeiert. In München herrschte bei Sonnenschein und weiß-blauem Himmel ausgelassene Stimmung. In Nürnberg und Würzburg starteten die größten Faschingsumzüge des Landes. Eine besondere Attraktion des Würzburger Umzugs war die angeblich weltgrößte Seifenblasenmaschine: Anstelle von Konfetti ließen Jugendliche einer Pfarrei von ihrem Wagen aus rund 70 000 Seifenblasen pro Minute niedergehen. Die von einem jungen Würzburger konstruierte Maschine erlebte damit ihren ersten Einsatz.

Auch in Baden-Württemberg waren am Sonntag Hunderttausende außer Rand und Band. Zur schwäbisch-alemannischen Fasnet fanden viele Umzüge und Veranstaltungen statt. Der traditionelle Fastnachtsumzug in Mannheim lockte etwa 230 000 Menschen auf die Straßen. Pünktlich zu Beginn des Spektakels hörte der Regen auf, so dass die meisten Narren ihre Schirme zum Auffangen von Süßigkeiten umdrehen konnten. Pech hatten dagegen die Menschen in einigen hessischen Städten: Die Umzüge begannen im Platzregen; die Narren wurden klatschnass.

In Cottbus (Brandenburg) und Dessau (Sachsen) bejubelten Tausende die bunten Umzüge und schunkelten fröhlich im Takt der Musik. In Dessau stand der Karnevalsumzug - bei Nieselwetter und Nebel - unter dem Motto "Wir gehen nicht unter", was an den Aufbau nach der Hochwasserkatastrophe erinnern sollte. Die Resonanz war gut. "Es ist kanonenvoll", sagte Karnevalspräsident Jürgen von der Heydt. In Braunschweig (Niedersachsen) machte sich der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands auf seinen Weg. 4300 Akteure gestalteten den Zug.

In Köln und Aachen eroberten 5000 kleine Jecken - kostümiert als Legosteine, Schweinchen oder Sterne - mit ihrem Kinderzug die Herzen der Zuschauer. Auch sie mussten wie viele andere Narren in Deutschland mit dem Regen kämpfen. Pünktlich zum Rosenmontag soll es aber nach Angaben der Meteorologen freundlicher und trockener werden.

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