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05.07.2000

14:34 Uhr

Viele Reklamationen

Kreditkarten-Betrug im Netz nimmt zu

Betrügereien bei Internet-Käufen werden für die Kreditwirtschaft zum Problem. Die Netz-Kriminalität per Kreditkarte nimmt zu, jede zehnte Internet-Transaktion ist betrügerisch, teilte heute die Euro Kartensysteme mit, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft.

dpa/afp FRANKFURT. Die deutsche Kreditwirtschaft hat zunehmend Probleme mit Kreditkarten-Betrug bei Internet-Käufen. Die Betrugsquote beim Einsatz von Kreditkarten im Internet sei sehr hoch, teilte die Euro Kartensysteme in Frankfurt am Main mit. Euro Kartensysteme ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft und fungiert als Dienstleister für Eurocard und Visa.

Bei Eurocard mache die Zahlung per Karte im weltweiten Datennetz bislang zwar weniger als ein Prozent des Umsatzes aus, hieß es weiter. Dennoch führe sie etwa zur Hälfte aller Reklamationen. Jede zehnte Internet-Transaktion sei betrügerisch. Die Zuwachsrate in diesem Kriminalitätsfeld liege bei 40 %.

Rund 80 % der Betrügereien würden aber im Internet-Land USA registriert. Einkaufswillige Netz-Surfer sollten daher nur mit ihrer Kreditkarte bezahlen, wenn sie die Unternehmen gut kennen. Nur so könnten sie vermeiden, auf "schwarze Schafe" zu treffen. Doch auch dann bleibe ein Risiko, wenn die Datenübertragung nicht sicher sei.

3 Monate Rücktrittrecht für Kreditkarten-Transaktionen

Nach Informationen der Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) werden die meisten illegal erworbenen Kreditkarten-Nummern jedoch nicht von den Karten-Besitzern gestohlen, sondern von Computerprogrammen automatisch erzeugt. «Da es nur eine begrenze Zahl von möglichen Nummer gibt, ist es ein Leichtes, eine gültige Nummer zu ermitteln», sagte Hanns-Michael Hepp, der bei der GZS für Sicherheitssysteme zuständig ist. Die Zahl der Kreditkarten, die durch ungesicherte Datenübertragungen gestohlen würden, sei sehr gering. Die GZS ist für die technische Abwicklung von Kreditkarten-Transaktionen zuständig.

Für den Kunden sei in erster Linie wichtig, dass der Kartenbesitzer nicht für den Schaden aufkommen müsse. Jede Kreditkarten-Transaktion könne innerhalb von drei Monaten rückgängig gemacht werden, sagte Hepp. Der Kartenbesitzer trage nicht die Beweislast, dass er den Einkauf getätigt hat. Dennoch raten Experten, beim Online-Shopping mit der Karte besonders darauf zu achten, dass die Übertragung der Kreditkarten-Nummern zwischen dem Heim-PC und dem Online-Geschäft verschlüsselt geschieht. Bei den Internet-Browsern Netscape Navigator und Microsoft Internet Explorer wird eine sichere Datenübertragung dadurch angezeigt, dass am unteren Rand des Browser-Fensters ein geschlossenes Vorhängeschloss erscheint.

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