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15.03.2004

16:05 Uhr

Viele schwarze Schafe auf dem Markt

Ohne Agent läuft gar nichts

Wer einen Roman veröffentlichen will, ist auf professionelle Hilfe angewiesen. "Man kommt als Schriftsteller nicht umhin, sich einen Agenten zu besorgen", ist Debütautor Wolfgang Kaes überzeugt.

HB KÖLN. "Genauso wie als Musiker kommt man auch als Schriftsteller nicht umhin, sich einen Agenten zu besorgen", sagte Kaes (46) in einem Gespräch in Köln. Es bringe nichts, einen Erstlingsroman ohne versierte Unterstützung bei den Verlagen vorzulegen. "Wenn man sich nicht in irgendeiner Weise schon einen Namen gemacht hat, geht das Manuskript im Wust der unzähligen anderen Skripte unter." Anfang Februar erschien Kaes erster Roman "Todfreunde" im Rowohlt Verlag (Reinbek bei Hamburg, 8,90 Euro). Am 20. März liest er daraus im Rahmen des am Mittwoch beginnenden Festivals Lit.Cologne (17.21.3.) in Köln.

"Ich hatte ja anfangs überhaupt keine Ahnung, wie es geht, einen Roman zu veröffentlichen", schildert Kaes seine Erfahrungen. Das Ganze habe als journalistische Recherche begonnen. Er habe vorgehabt, eine Reportage über das Thema Kinderpornografie zu schreiben. Kaes arbeitet als Redakteur beim "Bonner General-Anzeiger" in den Bereichen Panorama, Justiz und Medien. "Als die Geschichte dann aber immer umfangreicher wurde, kam die Idee, das Thema in ein Buch zu verpacken." Um eine möglichst breite Leserschaft zu gewinnen, habe er sich für einen Kriminalroman entschieden.

Inklusive intensiver Recherche habe er drei Jahre an seinem Erstling gearbeitet. "Ich habe das Buch in aller Stille fix und fertig geschrieben", sagte Kaes. "Als unbekannter Debüt-Autor hat man wahrscheinlich keine andere Wahl, als das komplette Buch zu schreiben. Es nützt nichts, mit einem Skript oder Exposé bei den Verlagen vorzusprechen." Wichtig für Kaes war, sein Buch zehn Testlesern aus dem Freundeskreis zu geben und sich mit anderen Autoren auszutauschen, wie die weitere Vorgehensweise aussehen sollte.

Auf der Suche nach einem geeigneten Agenten seien ihm auch schwarze Schafe begegnet. "Seriöse Agenturen beanspruchen ausschließlich Erfolgshonorar." Von den fünf Prozent des Netto- Ladenpreises, die der Autor erhält, bekomme der Agent 20 Prozent. "Da bleibt am Anfang nicht viel übrig." Kaes hat Glück: Nach einer Startauflage von 12 000 Exemplaren und einer zweiten Auflage von 6 000 Büchern rechnet der Autor nun schon mit einer dritten Auflage seines Thrillers. Insgesamt habe er über 16 000 Exemplare verkauft. "Ich fahre jetzt schon auf Recherchereise für mein zweites Buch."

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