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06.02.2002

14:13 Uhr

Vier Medaillen im Visier

Anni Friesinger auf Gunda Niemanns Spuren

Anni Friesinger wandelt auf den Spuren von Gunda Niemann-Stirnemann und möchte in Salt Lake City die erfolgreichste Eisschnellläuferin des Jahrhunderts beerben. Bei vier Starts mit besten Medaillen-Aussichten besteht für die neue deutsche Eis-Fee aus Inzell sogar die Chance, ihre Vorgängerin in der Hitliste der erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken vom Spitzenrang zu verdrängen.

Eisschnellläuferin Anni Friesinger bei der Ankunft in Salt Lake City. Foto: dpa

Eisschnellläuferin Anni Friesinger bei der Ankunft in Salt Lake City. Foto: dpa

dpa BERLIN. Die Erfurterin, die ihre fünften Olympischen Spiele auf Grund ihrer Schwangerschaft am ZDF-Mikrofon statt auf Kufen erlebt, hatte vor vier Jahren mit Gold über 3000 m sowie Silber über 1500 und 5000 m zur Dresdnerin Karin Kania aufgeschlossen, die bis dato mit ihren acht Olympia-Medaillen (3/4/1) zwischen 1980 und 1988 die deutsche Reihung anführte.

Die Seriensiegerin des olympischen Winters will auf allen Distanzen zwischen 1000 und 5000 m ihre Medaillen-Möglichkeiten nutzen. "Ich habe in Nagano Bronze gewonnen. In Salt Lake City will ich Gold und Silber dazu holen. Das wäre doch super", gibt die 25- Jährige offiziell als Ziel aus, doch sind ihr nach der überragenden Erfolgswelle im Weltcup drei Goldmedaillen zuzutrauen.

"Ganz entscheidend sind die 3000 m zum Auftakt. Wenn die gut laufen, kann es ein Festival für Anni werden. Gehen die aber schief, droht ein Fiasko", brachte Friesinger-Trainer Markus Eicher die Gegebenheiten auf den Punkt. Für die letzten Wochen wurde dabei für den neuen Medienstar ein Interview-Stopp verhängt, um die volle Konzentration auf die Olympia-Vorbereitung zu lenken. Inwieweit die bei den Europameisterschaften in Erfurt zu Tage getretenen Befindlichkeiten gegenüber Rivalin Claudia Pechstein die Psyche des neuen Glamour Girls beeinflussen, muss abgewartet werden. Die Berlinerin hingegen will auf ihrer Schokoladenstrecke, den 5000 m, unbedingt den goldenen Hattrick nach 1994 und 1998 schaffen.

"Anni hat nach ihren Superleistungen eine tolle Ausgangsposition. Claudia hingegen bewies schon des öfteren, dass sie sich auf den Punkt konzentrieren kann und über sich hinaus wächst", meinte Sportdirektor Günter Schumacher, zumal sich auch die deutschen Sprinterinnen um 1000-m-Weltrekordlerin Sabine Völker und Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt berechtigte Medaillen- Hoffnungen machen. Bei den Herren hingegen ist der Chemnitzer "Marathon-Mann" Frank Dittrich auf den langen Kanten nahezu der einzige Hoffnungsträger auf eine Medaille.

Kein Edelmetall wird hingegen von den Shorttrackern um die Dresdnerin Yvonne Kunze erwartet, für die die zweite Olympia- Teilnahme nach 1998 schon als Erfolg zu werten ist. Allerdings hat sich die Damen-Staffel eine Verbesserung des achten Platzes zum Ziel gesetzt. Den Favoriten aus Südkorea, China, Kanada und den USA dürfte in den insgesamt acht Entscheidungen - die 1500 m erleben ihre Olympia-Premiere - kaum ein Europäer das Wasser reichen können.

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